Interaktive Karte
Stadtentwicklung | Nachhaltigkeit

aspern klimafit 2.0 – Der Gebäudestandard für die Zukunft

5 Minuten
aspern klimafit 2.0 setzt neue Maßstäbe für nachhaltiges Bauen. Mit sieben klar definierten Kriterien – von Energieeffizienz bis Zirkularität – zeigt die Seestadt, wie klimafitte Gebäude schon heute Realität werden.
Gezeichnetes Bild mit einem Gebäude im Hintergrund, im Vordergrund ein Mann der sein E-Auto an eine Ladesäule ansteckt
© Claudia Kozak

Ein neuer Maßstab für klimafittes Bauen

Klimaschutz und klimasensibler Städtebau sind seit Beginn zentrale Ziele der Seestadt. Alle Gebäude werden in der Seestadt nach den Standards des Total Quality Building (TQB) der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen geprüft. Mit dem Gebäudestandard aspern klimafit wurde dieser Anspruch weiterentwickelt. Von einem Expert*innenteam rund um FH Technikum Wien, Institute of Building Research & Innovation und Urban Innovation Vienna entwickelt, definiert der Standard, wie Gebäude gestaltet sein müssen, um den Anforderungen eines treibhausgasneutralen Lebens bis 2040 gerecht zu werden.

Wirkung: Weniger Emissionen, mehr Lebensqualität

Durch einen Mix aus Maßnahmen in den Bereichen Bauen, Wohnen, private Nutzung und Mobilität lässt sich der CO₂-Fußabdruck wesentlich reduzieren.

aspern klimafit vereint folgende Kernaspekte

durch hocheffiziente Gebäudehüllen und Klimatisierungstechnologien mittels Fernwärme, Bauteilaktivierung und Niedertemperaturheizsystemen

aus Solarenergie und Umgebungswärme mit hohem Eigenversorgungsgrad und Nutzbarmachung von Stromüberschüssen zur Versorgung moderner E-Mobilität

durch optimierte Fassadengestaltung, außenliegenden Sonnenschutz und Nutzung der Bauteilaktivierung zur Kühlung

Verringerung des Bedarfs an „grauer Energie“ durch kreislaufwirtschaftliche Konzepte

aspern klimafit 2.0 – was ist neu?

Der ursprüngliche Gebäudestandard kam im Quartier Seeterrassen erstmals zum Einsatz und wurde 2024 zu aspern klimafit 2.0 weiterentwickelt.

Auf der Basis von Detailuntersuchungen und bisherigen Erfahrungen wurden die anfangs sechs Qualitätskriterien adaptiert. Als grundlegendste Anpassung wurden in der Überarbeitung quantitative Vorgaben für das Qualitätskriterium 5, die „CO₂-reduzierte Gebäudeerrichtung“, – also die maximal verbauten Emissionen – definiert.  

Zudem wurde als neues, siebtes Qualitätskriterium die „Zirkularität“ ergänzt, da kreislauffähige Gebäude sowohl den Ressourcenverbrauch als auch die Emissionen minimieren.

Sieben Qualitätskriterien für klimafittes Bauen

aspern klimafit 2.0 umfasst sieben miteinader verzahnte Kriterien:

Gebäude sollen möglichst wenig Energie verbrauchen, etwa für Raumheizung, Warmwasserbereitung, Raumkühlung oder Stromanwendungen. Dafür gelten klare Mindeststandards beim Energiebedarf und bei den CO₂-Emissionen.

Ein Wohnbau, ein Studierendenheim und ein Bildungscampus dienen als Smart-Building-Testobjekte der ASCR. Ausgestattet mit Photovoltaik, Solarthermie, Hybridanlagen, Wärmepumpen sowie verschiedenen thermischen und elektrischen Speichern, fungieren die Gebäude nicht nur als Verbraucher, sondern auch als aktive Energieerzeuger.

Gebäude verfügen über nennenswerte Potenziale, ihren Leistungsbedarf an die „volatile“ Erzeugung vor allem von Solar- und Windenergie anzupassen. Thermische oder elektrochemische Energiespeicherung hilft dabei, das Netz zu entlasten.

Ein wirksamer Sonnenschutz, eine technische unterstützte Temperierung – etwa über den Fußboden oder die Decke – sowie Begrünung sorgen dafür, dass Gebäude auch in heißen Sommern angenehm nutzbar bleiben.

Auch beim Bau selbst wird auf Klimaschutz geachtet: Materialien und Bauweisen sollen möglichst geringe Treibhausgas-Emissionen verursachen. Berücksichtigt werden neben den direkt bei der Errichtung der Gebäude anfallenden Treibhausgasen auch die Speicherung von biogenem Kohlenstoff und verstärkte Karbonatisierung. 

Neue Gebäude müssen klimafreundliche Mobilität fördern, beispielsweise durch Fahrradabstellplätze, E-Ladestellen, eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, einen angepassten Stellplatzschlüssel und E-Carsharing-Angebote.

Gebäude werden so geplant, dass Materialien wiederverwendet, die Nutzungsdauer verlängert und Rückbau am Ende erleichtert werden. So entstehen echte Kreisläufe im Bauwesen.

# Ähnliche Stories
Jugendliche sitzen in einem Halbkreis und blicken auf eine Person, die eine Erklärtafel in den Händen hält
© Boban Ilievski
leben | Stadtentwicklung

Jugendliche erkunden bei der Seestadt-Challenge die Stadt der Zukunft

Wie funktioniert eine Stadt der kurzen Wege? Was macht die Seestadt besonders lebenswert? Und was bedeutet eigentlich das Schwammstadtprinzip? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich drei Schulklassen aus der Seestadt und der Umgebung bei der Seestadt-Challenge kurz vor den Sommerferien.

Nelson-Mandela-Platz: klimafitte Drehscheibe im Nordosten Wiens
Stadtentwicklung | Mobilität | Nachhaltigkeit | öffentlicher Raum

Nelson-Mandela-Platz: klimafitte Drehscheibe im Nordosten Wiens

Der neue Nelson-Mandela-Platz am Bahnhof Aspern Nord ist einer der Orte, an denen man die Seestadt geradezu „beim Werden“ zuschauen kann. Wo vor wenigen Jahren noch Baustelle war, ist ein Platz entstanden, der Verkehrsknoten, Treffpunkt und Klimabaustein in einem ist – und damit ein wichtiges Tor zur Seestadt.

Das Seestädter, LIL-Y am See und PIER05 prägen die Seestädter Waterfront. Der Baubeginn von „LIL-Y am See“ erfolgte im April 2026. „PIER05“ und „Das Seestädter“ folgen in den nächsten Monaten.
© Wien 3420 aspern Development AG / Visualisierungen: K18.pictures; 2026
Stadtentwicklung

Neue Einblicke: So wird die Waterfront der Seestadt

Im Quartier Seeterrassen wächst in den kommenden Jahren ein neuer zentraler Ort der Seestadt. Aktuelle Visualisierungen zeigen erstmals, wie sich die zukünftige Waterfront mit Promenade, Gastronomie, Wohnraum und Arbeitsplätzen zu einem lebendigen Treffpunkt am Wasser entwickeln wird.

Bohranlage von oben
© deeep/Johannes Zinner
Stadtentwicklung | Innovation | Nachhaltigkeit

Mehr drin als gedacht: Geothermie-Potenzial unter der Seestadt

Unter der Seestadt schlummert klimaneutrale Wärme – und sie lässt sich besser nutzen als gedacht. Das Geothermieprojekt von Wien Energie und OMV hat seine Testphase erfolgreich abgeschlossen und ein deutlich größeres Potenzial aufgezeigt, als zunächst angenommen.

Moderne Wartehäuschen
© Schuberth und Schuberth / levgenii Kalinovych
Stadtentwicklung | öffentlicher Raum | Naherholung

Architekturauszeichnung für die Stationsdächer am Nelson-Mandela-Platz

Die Stationsdächer am neuen Nelson-Mandela-Platz in der Seestadt wurden von der Stadt Wien im Rahmen der Architekturauszeichnung „gebaut 2025“ prämiert. Die Auszeichnung würdigt qualitätsvolle Architektur im Stadtraum und unterstreicht den hohen Anspruch, mit dem Infrastruktur in der Seestadt geplant und realisiert wird.

Gruppenfoto von sechs Männern vor dem Stadtmodell der Seestadt. Im Mittelpunkt steht der Austausch zu nachhaltiger Stadtentwicklung, Digitalisierung und Smart-City-Lösungen.
© Bayerisches Staatsministerium für Digitales
Stadtentwicklung | Innovation

Ein Bayer in der Seestadt: Digitalminister Mehring zu Gast

Anfang Juni machte der Bayerische Staatsminister für Digitales, Fabian Mehring, auf seiner Wien-Reise Station in der Seestadt. Die Delegation aus dem Freistaat wollte sehen, wie der Stadtteil im Nordosten Wiens Stadtentwicklung und Digitalisierung im Alltag verbindet.

SeestadtForum 2026
Stadtentwicklung | leben | Baustelleninfos

SeestadtForum 2026

Wie entwickelt sich die Seestadt weiter? Wo entstehen neue Wohn- und Arbeitsräume? Wie werden öffentliche Plätze gestaltet? Und welche Veranstaltungen und Projekte stehen in der Nachbarschaft an? Antworten zu diesen und weiteren Fragen gibt es beim SeestadtForum am 02. Juni in den Räumen für Nachbarschaft.

Visualisierung des geplanten AHS-Standorts Sonnenallee in der Seestadt: Ein helles, langgestrecktes Schulgebäude mit mehreren Gebäudeteilen öffnet sich zu einem großzügigen, begrünten Außenbereich mit Bäumen, Wiesen und Aufenthaltsflächen.
© Franz und Sue ZT GmbH
Stadtentwicklung | Bildung

Neuer AHS-Standort für die Seestadt

In der Seestadt wächst das Bildungsangebot weiter: An der Kreuzung Sonnenallee und Seestadtstraße wird ein neuer AHS-Standort errichtet. Das Siegerprojekt des Architekturbüros Franz&Sue verbindet moderne Lernräume, großzügige Freiräume und hohe Nachhaltigkeitsstandards.

Schäfer mit Herde Schafe in weiß, braun, schwarz, Häuser sind im Hintergrund zu sehen
© Luiza Puiu
leben | Nachhaltigkeit | öffentlicher Raum

Die Schafe sind zurück in der Seestadt

In den nächsten Wochen lassen sich 60 Schafe das Gras auf den Asperner Terrassen schmecken – und sorgen so für eine natürliche Pflege der artenreichen Wiesenflächen.

Pesron, die T-Shirt vor sich hält und ansieht und weitere Personen im Hintergrund, die vor Kleiderstangen stehen
© Julia Beck
leben | Nachbarschaft | Nachhaltigkeit

Seestädter Loop: Wie funktioniert das Tauschen & Schenken?

Am 29. Mai 2026 findet der 1. Seestädter Loop statt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Kleidung, Schuhe und Accessoires für Groß und Klein tauschen & schenken können.