Mehr drin als gedacht: Geothermie-Potenzial unter der Seestadt
Erfolgreiche Testphase im Untergrund der Seestadt
Ab Herbst 2025 wurde in der Seestadt erstmals heißes Formationswasser aus rund 3.000 Metern Tiefe an die Oberfläche gefördert. Damit konnte ein wichtiger Abschnitt im laufenden Projekt unter realen Bedingungen erprobt werden.
Im sogenannten „Looptest“ wurde das Wasser anschließend wieder in den tiefen Untergrund zurückgeleitet und so der geschlossene Kreislauf erstmals unter Praxisbedingungen getestet. Insgesamt wurden mehr als 3.000 Kubikmeter Formationswasser gefördert und analysiert, wodurch wichtige Grundlagen für die weitere Entwicklung des Projekts geschaffen werden konnten.
Ergebnisse mit überraschend hoher Leistung
Die Testphase zeigt ein deutlich höheres Potenzial als ursprünglich angenommen. Statt der erwarteten rund 100 Grad Celsius wurden rund 104 Grad Celsius gemessen. Auch die verfügbare Fördermenge liegt über den Prognosen.
Dadurch könnte die thermische Leistung von rund 20 Megawatt auf bis zu 25 Megawatt steigen. Künftig soll die Anlage klimaneutrale Fernwärme für bis zu 25.000 Wiener Haushalte bereitstellen und damit einen wichtigen Beitrag zur zukünftigen Wärmeversorgung der Stadt leisten.
Nächste Schritte in der Seestadt und ganz Wien
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Tests beginnt nun die nächste Projektphase: die Planung der Obertageanlage in der Seestadt. Dort wird die aus der Tiefe gewonnene Wärme über Wärmetauscher in das Fernwärmenetz eingespeist.
Der Bau des Anlagen-Gebäudes ist ab Anfang 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme soll nach aktueller Planung 2029 erfolgen. Parallel dazu werden im Joint Venture „deeep“ der Wien Energie und OMV weitere Tiefengeothermie-Projekte für Wien geprüft, um das Potenzial der Wärme aus der Tiefe langfristig zu nutzen.