Der neue Nelson-Mandela-Platz am Bahnhof Aspern Nord ist einer der Orte, an denen man die Seestadt geradezu „beim Werden“ zuschauen kann. Wo vor wenigen Jahren noch Baustelle war, ist ein Platz entstanden, der Verkehrsknoten, Treffpunkt und Klimabaustein in einem ist – und damit ein wichtiges Tor zur Seestadt.
Von Anfang an war klar: Hier soll nicht einfach eine Abfolge von Haltestellen entstehen. Breite Wege, hochwertiges Natursteinpflaster, viel Grün und zahlreiche Sitzplätze machen den Platz zu einem Ort, an dem man kurz ankommen und sich auch treffen kann. Besonders ins Auge fallen die Bus- und Straßenbahnhaltestellen: Sie schützen nicht nur vor Wind und Wetter, sondern setzen mit ihren begrünten Dächern auch ein starkes Bild für den öffentlichen Raum. Für diese Gestaltung wurden die Stationsdächer mit einem Architekturpreis der Stadt Wien / MA 19 ausgezeichnet.
„Der Nelson-Mandela-Platz zeigt, wie ein Verkehrsknoten heute aussehen kann: klimafit, gut gestaltet, barrierefrei und alltagstauglich. Wer hier ankommt, steht nicht auf einer reinen Umsteigefläche, sondern mitten in einem Stück Stadt.“
Robert Grüneis
Vorstand der Wien 3420
Schwammstadt und XXL-Bäume
In heißen Sommern wird sichtbar, wie wichtig klimafitte Plätze sind. Am Nelson-Mandela-Platz arbeiten viele Elemente zusammen: großkronige Bäume, schattige Zonen und ein kluges Regenwassermanagement nach dem Schwammstadt-Prinzip. Statt Regenwasser einfach in den Kanal zu schicken, wird es unter dem Platz gespeichert und den Bäumen dann zur Verfügung gestellt, wenn sie es brauchen. Das sorgt für Kühlung, verbessert das Mikroklima und gibt den Wurzeln genug Raum, sich gut zu entwickeln. Im Winter wird das System so umgestellt, dass salzbelastetes Wasser nicht in den Untergrund gelangt.
„Die Bäume werden zu Datenlieferanten für eine klimaresiliente Stadtentwicklung. Der Nelson-Mandela-Platz ist unser Freiluftlabor.“
Jakob Kastner
Öffentlicher Raum
Internet of Trees: Bäume als Datenquelle
Was man auf den ersten Blick nicht sieht: Der Platz ist auch Teil eines Forschungsprojekts. Beim „Internet of Trees“ wurden ausgewählte Bäume mit Sensoren im Boden ausgestattet. Sie messen unter anderem die Feuchtigkeit in unterschiedlichen Tiefen. So lässt sich feststellen, wo Wasser gebraucht wird – und wo nicht. Ein zusätzlich finanzierter „Hauptbaum“ mit erweitertem Sensorset liefert besonders viele Daten und macht den Platz zum Freiluftlabor für klimaresilente Stadtentwicklung.
Tor zur Region
Neben seiner Rolle im Quartier hat der Platz überregionale Bedeutung. Mit der U2 ist Aspern Nord in rund 17 Minuten ab Praterstern erreichbar. Von hier bestehen direkte Verbindungen in die Wiener Innenstadt und zum Wiener Hauptbahnhof im Westen sowie nach Bratislava im Osten. Der Nelson-Mandela-Platz trägt damit dazu bei, die Seestadt als regionales Zentrum im Nordosten Wiens zu positionieren – als gut angebundenen, klimafitten Standort für Wohnen, Arbeiten und Ankommen.
Über das Projekt Internet of Trees
Das Forschungsprojekt „Internet of Trees“ wird von Wien Energie (Geschäftsfeld IoT) geleitet, Projektpartner sind Wien 3420 aspern Development AG, immOH, die Wiener Netze und die Stadt Wien. Ab Herbst 2025 wurden mehr als 300 Bodenfeuchtesensoren in sechs Testgebieten in Wien eingebaut, das Testgebiet der Wien 3420 liegt am Nelson-Mandela-Platz. Weitere Sensoren der MA 42 erfassen Daten entlang verschiedener Straßen im Bezirk. Die Übertragung erfolgt über LoRaWAN und ermöglicht es, Bewässerung effizienter zu planen, Begrünung gezielt zu pflegen und die Sterblichkeit neu gepflanzter Jungbäume zu verringern.
Feiern, erleben, bewegen: Kultursommer in der Seestadt
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Architekturauszeichnung für die Stationsdächer am Nelson-Mandela-Platz
Die Stationsdächer am neuen Nelson-Mandela-Platz in der Seestadt wurden von der Stadt Wien im Rahmen der Architekturauszeichnung „gebaut 2025“ prämiert. Die Auszeichnung würdigt qualitätsvolle Architektur im Stadtraum und unterstreicht den hohen Anspruch, mit dem Infrastruktur in der Seestadt geplant und realisiert wird.
leben | Nachbarschaft | Naherholung | öffentlicher Raum
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