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Veröffentlicht am 24.09.2025

Stadtentwicklung | Nachhaltigkeit | öffentlicher Raum

Die Seestadt als Pionierin der Schwammstadt

4 Minuten
Die Seestadt setzt auf das Schwammstadt-Prinzip: Entlang der Straßen und Wege im Norden des Stadtteils fangen unterirdische Speicher Regenwasser auf. Das reduziert bei Starkregen Überflutungen, versorgt Bäume mit Wasser und schafft so ein angenehmes Mikroklima – ein nachhaltiger Beitrag zu einem lebenswerten Stadtteil. Regengärten in den Parks sorgen zusätzlich dafür, dass kostbares Regenwasser versickert, statt im Kanal zu verschwinden.
Elinor-Ostrom-Park: Parkfläche mit Bäumen, im Hintergrund eine Frau mit Kinderwagen und eine Hausanlage
© Luiza Puiu

Urbane Antworten auf den Klimawandel

Der Klimawandel stellt Städte vor enorme Herausforderungen: Hitzetage nehmen zu, Starkregen-Ereignisse häufen sich. Gleichzeitig müssen urbane Räume lebenswert bleiben – für heutige wie für künftige Generationen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Grünräume. In der Seestadt wird diese Verantwortung ernst genommen: Sie ist Pionierin bei der Entwicklung und Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips.

Was bedeutet Schwammstadt?

Einfach erklärt: Der Untergrund für Bäume entlang von Straßen und Wegen wird so gestaltet, dass er wie ein Schwamm funktioniert. Er kann Regenwasser speichern, Bäumen langfristig Nährstoffe und Feuchtigkeit zur Verfügung stellen und gleichzeitig helfen, Überschwemmungen zu verhindern. Das Ergebnis: gesündere, langlebigere Bäume, kühlere Straßenräume und weniger Überlastung der Kanalisation.

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So funktioniert die Schwammstadt

In einem unterirdisch verlaufenden, tiefen Bett wird ein spezielles Substrat aus Schotter und Erde eingebracht. Darin werden Bäume gepflanzt. Der Schwamm speichert Regenwasser, das dann den Wurzeln zur Verfügung steht oder langsam in den Boden versickert. Damit profitieren gleich mehrere Ebenen:

  • Bäume wachsen stabiler und gesünder.
  • Straßenräume werden kühler, da mehr Verdunstung möglich wird.
  • Stadtbewohner*innen profitieren von einem besseren Mikroklima.
  • Infrastruktur wird entlastet, weil Starkregen nicht größtenteils über den Kanal abgeleitet werden muss und so weniger Schäden anrichten.

In den Regengärten im Elinor-Ostrom-Park oder dem Hannah-Arendt-Park darf das Wasser der angrenzenden Flächen sich auch gerne sammeln und langsam versickern. So wird selbst Starkregen effizient gepuffert.

Pilotprojekte in der Seestadt

Das Schwammstadt-Prinzip wurde in der Seestadt erstmals im Quartier Am Seebogen umgesetzt und wird dort wissenschaftlich evaluiert. Im Quartier Seecarré (westlich des Sees) oder – wie am unten im Video zu sehen am Nelson-Mandela-Platz – kommt bereits ein weiterentwickeltes System zum Einsatz: Neue Lösungen bei den Wassereinläufen machen ein Vorbecken überflüssig. Das reduziert die Kosten, vereinfacht die Umsetzung und erhöht die Skalierbarkeit.

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Blick in die Zukunft

Insgesamt werden zwei Drittel der Seestadt nach dem Schwammstadt-Prinzip realisiert – vor allem im Norden, wo die Nutzungen dies zulassen. Damit zeigt die Seestadt, wie klimafitte Stadtentwicklung aussehen kann: innovativ, nachhaltig und mit messbarem Mehrwert für Mensch und Natur.

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