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Stadtteilmanagement Seestadt aspern

Veröffentlicht am 05.01.2021

leben | wohnen

Wenn das eigene Zuhause nicht sicher ist - Die Seestadt fängt auf!

In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktreduktion gilt es, wenn möglich, zuhause zu bleiben. Viele Menschen versuchen sich die Zeit im Lockdown so ...
Wenn das eigene Zuhause nicht sicher ist - Die Seestadt fängt auf!
© pixabay

In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktreduktion gilt es, wenn möglich, zuhause zu bleiben. Viele Menschen versuchen sich die Zeit im Lockdown so gemütlich wie möglich zu machen: man backt und kocht, dekoriert die Wohnung oder schaut abends gemeinsam Filme auf dem Sofa. Besonders für Menschen, die alleine wohnen, kann die häusliche Isolation jedoch sehr belastend und einsam sein. Für Menschen, die Gewalt in der Familie oder in ihrer Partnerschaft erleben, stellt das eigene Zuhause sogar eine ernsthafte Gefahr dar.

Häusliche Gewalt während der Corona-Pandemie

Weltweit stiegen Fälle häuslicher Gewalt seit Beginn der Corona-Krise. Auch in Österreich erhöhte sich die Anzahl der Personen, die bei Notfallnummern anriefen oder in Gewaltschutzhäusern Hilfe suchten. Für diesen Anstieg gibt es eine Vielzahl möglicher Erklärungen. In der Quarantäne fehlte unter anderem die Möglichkeit, den Wohnraum in Streitsituationen zu verlassen oder einen Ausgleich durch soziale Kontakte oder andere Freizeitaktivitäten zu schaffen. Je mehr Zeit gemeinsam auf begrenztem Raum verbracht wird, desto eher eskalieren Konflikte. Personen, die sowieso schon aggressiv sind, werden womöglich noch aggressiver. Finanzielle Sorgen, Arbeitslosigkeit oder die Schließung der Schulen und Kindertagesstätten, führen zu zusätzlichen Spannungen sowie Stress und Frust. All diese Faktoren können Gewalt begünstigen, aber niemals rechtfertigen. Es geht nicht nur um körperliche Gewalt

Häusliche Gewalt schließt jede Form von Gewalt ein, die innerhalb von Paarbeziehungen, Familien und gemeinsamen Haushalten ausgeübt wird. Meistens sind es Frauen und ihre Kinder, die von ihren Lebenspartnern beziehungsweise Vätern geschlagen, bedroht oder misshandelt werden. Auch ältere Personen sind einer besonderen Gefahr durch Gewalt ausgesetzt. Gewalt meint dabei nicht nur körperliche Angriffe auf den Körper und das Leben. Auch ungewollte sexuelle Übergriffe sind Gewalt. Ebenso kann Gewalt emotional durch Abwertungen, Beleidigungen, Drohungen oder Demütigung erfolgen und Betroffene seelisch verletzen. Auch gehört die Kontrolle von sozialen Kontakten und Finanzen sowie Stalking und Verfolgung zu Formen von Gewalt. Häusliche Gewalt bleibt häufig unsichtbar Häusliche Gewalt bleibt häufig unerkannt, dabei wird ein Großteil der Gewalttaten zuhause ausgeübt. Betroffene suchen sich oft aus Furcht, Scham oder Schuldgefühlen keine Hilfe oder bleiben in gewaltvollen Beziehungen, weil sie keinen Ausweg sehen. Häufig spielen dabei Sorgen um gemeinsame Kinder, Finanzen oder die Wohnsituation eine Rolle. Daher gibt es neben den offiziell erfassten Fällen von häuslicher Gewalt eine große Dunkelziffer. Nur ein Bruchteil der Fälle wird bei der Polizei angezeigt. Es ist besonders wichtig zu betonen, dass jedem Menschen häusliche Gewalt widerfahren kann und die Schuld dafür niemals beim Opfer von Gewalt liegt. Gewalt betrifft Menschen aller Altersstufen, Bildungsschichten und Kulturen, es gibt kein Land, in dem Gewalt gegen Frauen und Familien nicht vorkommt. Gewalt ist kein privates Problem. Niemand muss sich schämen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das Gesetz schützt Menschen vor Gewalt, auch im eigenen Zuhause! Gewalt kann jeden treffen - darüber reden hilft!

Wenn Sie selber Gewalt erleben oder mitbekommen, dass jemand in Ihrem Umkreis Gewalt erlebt, zögern Sie nicht, Hilfe zu holen. Achten Sie auf sich und Ihre Mitmenschen. Über das Erlebte reden hilft! Es gibt eine Vielzahl an kostenlosen, vertraulichen und mehrsprachigen (psychologischen) Beratungsangeboten in Wien. Auch wenn man Angst hat, selber Täter zu werden, oder bereits gewalttätig geworden ist, kann man sich Hilfe suchen. Wichtig: wenn Sie selbst akut Gewalt erleben, verletzt sind oder akute Gewalt beobachten/vermuten rufen Sie die Polizei (133), die Rettung (144) oder den Notruf (112)! Gehörlose und hörbehinderte Menschen finden rund um die Uhr polizeiliche Hilfe unter der  Nummer 0800 133 133 - auch per SMS mit Angabe der Notsituation und des Orts.

Anlaufstellen für Frauen und Kinder:

Für eine sichere Unterkunft, Krisenunterbringung und Soforthilfe erreichen Sie den Notruf der Wiener Frauenhäuser rund um die Uhr unter Tel. 05 77 22. Siehe auch www.frauenhaeuser-wien.at. Den 24-h-Frauennotruf der Stadt Wien erreichen Sie unter Tel. 01 71 71 9.

Für telefonische Beratungen erreichen Sie die österreichweite 24-h-Frauenhelpline gegen Gewalt unter Tel. 0800 222 555.

Die Boje bietet Akuthilfe für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen unter Tel.: 01 4066602 oder unter www.die-boje.at.

Hilfe in der Seestadt finden Sie bei:

  • Ihrem Hausarzt / Ihrer Hausärztin
  • Psychiater*innen
    Dr. Beate Wally
  • Klinischen Psycholog*innen
    Mag. Silvia Weissgram
    Mag. Daniela Genewein
  • Psychotherapeut*innen
    Sonja Russ
    Gerhard Steiner, MSc
    Mag. Thomas Mayrhofer
    Ing. Karl Eigel
    Nina Schneeberger, BEd
    Mag. Sylvia Kosek
  • MA11 - FamilienzentrumMA40 - Sozialamt
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