Was passiert, wenn Stadt nicht nur funktional, sondern auch gerecht geplant wird? Wenn Räume nicht mehr für den "Working Man" gedacht sind, sondern für alle? Im Baugruppenprojekt Leuchtturm in der Seestadt diskutieren die Stadtplanerin Eva Kail und Wien 3420-Vorständin Sabine Müller mit Moderator Wojciech Czaja über Gender Planning – und darüber, was passiert, wenn man, so Kail, „die Genderbrille aufsetzt, um nicht auf einem Auge blind zu bleiben“.
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Die Seestadt ist weiblich
Schon vor drei Jahrzehnten initiierte Kail die ersten gendersensiblen Stadtprojekte Wiens. Heute ist Gender Planning sichtbarer denn je – besonders in der Seestadt, wo über 60 Straßen und Plätze nach Frauen benannt sind. „Es polarisiert, es berührt, es beschäftigt“, sagt Sabine Müller. „Und das finde ich gut.“
Gender Planning erleichtert Care Arbeit
Doch Gender Planning zielt nicht nur auf Symbolik. Es wirkt im Alltag – etwa durch durchdachte Infrastrukturen, die unbezahlte Care Arbeit erleichtern: kurze Wege, sichere Schulwege, wohnungsnahe Nahversorgung und vielfältige Spielflächen.
Ich würde behaupten, die Mental Load ist in der Seestadt geringer als in anderen Quartieren.
Eva Kail
Gender Planning Expertin
Für Sabine Müller ist das keine ideologische Frage, sondern planerische Qualität:
Ich finde ja, dass das Thema Gender Planning überhaupt nichts Ideologisches hat, sondern es geht um einen Qualitätsbaustein in der Stadtplanung.
Sabine Müller
Vorständin
Die Seestadt zeigt, wie Planung soziale Realität formen kann – ohne moralischen Zeigefinger, aber mit Haltung.
Zu den Personen
Eva Kail gilt international als Pionierin des Gender Planning. Sie war über drei Jahrzehnte in der Stadtplanung der Stadt Wien tätig, zuletzt als Beauftragte für Gender Mainstreaming. In dieser Funktion initiierte und koordinierte sie über 60 Pilotprojekte in den Bereichen öffentlicher Raum, Mobilität, Wohnbau und Stadtentwicklung. Als ehemalige Gender Planning-Beauftragte der Stadt Wien trug sie maßgeblich zur strategischen Verankerung geschlechtersensibler Planung bei. Kail ist Mitautorin zahlreicher Publikationen und berät Städte, Ministerien und internationale Organisationen zu Genderfragen in der räumlichen Planung.
Sabine Müller ist seit September 2025 Vorständin der Wien 3420 aspern Development AG und verantwortet dort die Bereiche Vertrieb, Marketing, Kommunikation, Finanzen, Recht und Personal. Die Immobilienexpertin ist seit über 25 Jahren in der Branche tätig, mit Schwerpunkt auf Produktentwicklung, Innovationsmanagement und strategischer Markenführung. Ab 2019 war sie im Führungsboard der value one als Chief Innovation and Marketing Officer tätig und prägte dort die Entwicklung neuer Stadtteil- und Immobilienkonzepte, darunter das mehrfach ausgezeichnete Stadtentwicklungsgebiet VIERTEL ZWEI in Wien. Sabine Müller ist Vorstandsmitglied der VÖPE, ehrenamtliche Beraterin der ÖGNI und Co-Autorin mehrerer Fachpublikationen zur nachhaltigen Stadt- und Projektentwicklung.
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Podcast "Seestadt Deep Dive"
#10 - Wie shoppen wir in Zukunft, Martin Hemetsberger?
In der aktuellen Podcast-Folge spricht Journalist und Autor Wojciech Czaja mit Martin Hemetsberger über die Zukunft des Handels und die Bedeutung lebendiger Einkaufsstraßen. Der Retail-Profi gibt spannende Einblicke in das Konzept der "gemanagten Einkaufsstraße", das die Vorteile eines Shoppingcenters in die Erdgeschoße der Seestadt bringt.
#09 - Wie können wir das Klima retten, Robert Lechner?
Wie gelingt es, Städte nicht nur lebenswerter, sondern auch klimaschonender zu gestalten? Im Podcast Seestadt Deep Dive spricht Klimaexperte Robert Lechner mit Wojciech Czaja über den urbanen Raum als Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft.
#08 - Warum ist euer Job der beste der Welt, Gerhard Schuster und Robert Grüneis?
aspern Die Seestadt Wiens feiert zehn Jahre Entwicklung. In dieser Podcastfolge zieht Wojciech Czaja mit Gerhard Schuster und Robert Grüneis, den Vorständen der Wien 3420 Aspern Development AG, Bilanz und spricht über Erfolge und Herausforderungen eines Projekts, das sich kontinuierlich wandelt.
#07 - Wie bringt man die Wirtschaft in die lebenswerteste Stadt der Welt, Gerhard Hirczi?
Wojciech Czaja spricht in dieser Podcast-Folge mit Gerhard Hirczi, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien, über die Entwicklung Wiens - von der ältesten Stadt Österreichs in den 80er Jahren - hin zum internationalen Wirtschaftsstandort mit Top-Lebensqualität.
#06 - Wie viele Tripadvisor-Punkte geben Sie der Seestadt, Daniela Kolesa?
In dieser Podcast-Folge trifft Wojciech Czaja Tourismus-Expertin Daniela Kolesa im Dormero Hotel im HoHo Wien – Zimmer 2101. Sie verrät neben aktuellen Trends im Tourismus auch, warum sie Wien-Touristen einen Besuch in der Seestadt empfiehlt.
#05 - Wie viele Bäume braucht die Stadt, Anna Detzlhofer?
Im Gespräch mit Wojciech Czaja gibt die Wiener Landschaftsplanerin Anna Detzlhofer persönliche Einblicke in ihre Projekte in der Seestadt und anderswo.
#04 - Wie misst man das Wohnglück der Menschen, Cornelia Dlabaja und Elisabeth Oberzaucher?
Diese Podcastfolge beleuchtet die Stadtentwicklung aus menschlicher Perspektive – was braucht es für einen funktionierenden Stadtteil? Wie entsteht eine lebendige Nachbarschaft?
#03 - Wie lernt eine Stadt, Christa Reicher und Florian Reinwald?
In dieser Podcastfolge diskutieren Stadtplanerin Christa Reicher und Landschaftsplaner und Forscher Florian Reinwald darüber, wie nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität von öffentlichen Räumen eine Stadt zukunftsfit machen.
#02 - Wie bewegen wir uns in Zukunft, Andrea Weninger?
Das aspern Mobil LAB in der Sonnenallee ist Treffpunkt für das Podcast-Gespräch zwischen Mobilitätsexpertin und Verkehrsplanerin Andrea Weninger und Wojciech Czaja.
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