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Plansinn

Veröffentlicht am 04.09.2011

Stadtentwicklung | Innovation

ex.alp: variable Geometrien und zielgerichtete Interventionen

Madeleine Mahovsky ist Mitglied des Kabinetts von EU Kommissar Johannes Hahn und dort unter anderm mit Fragen der Stadtentwicklung befasst. In Alpbach war si...
ex.alp: variable Geometrien und zielgerichtete Interventionen
Madeleine Mahovsky ist Mitglied des Kabinetts von EU Kommissar Johannes Hahn und dort unter anderm mit Fragen der Stadtentwicklung befasst. In Alpbach war sie bei den politischen und Wirtschaftsgesprächen in mehreren Panels engagiert. ex.alp diskutiert mit ihr die Perspektiven für Städte in der EU Regionalpolitik. Städte haben zentrale Bedeutung für die Entwicklung der EU: 70% der Menschen leben in Städten, zentrale Herausforderungen der Zukunft stellen sich in den Agglomerationen besonders deutlich dar: etwa Fragen der Energieversorgung, der Mobilität oder des Umgangs mit sozialen Problemen. "Die Fokussierung der EU Regionalpolitik auf die Städte war der in noch bis 2013 laufenden Förderperiode zu gering, in der nächsten Periode soll es wieder de facto mehr Geld für Städte geben", so Mahovsky. Wichtig wird dabei sein, dass Maßnahmen nicht nur räumlich eng innerhalb der Stadtgrenzen definiert werden. "Es braucht variable Geometrien, eine Anbindung an das Umland, damit integrierte Lösungen für komplexe Probleme überhaupt erst möglich werden", betont Mahovsky. Es gehe darum, Kooperationen zu forcieren und auch Fragen regionaler Machtverteilung und Governance in den Blick zu nehmen. In Zukunft soll es auch möglich werden, mehr kleinmaßstäbliche und punktuelle Interventionen und Akkupunkturen, etwa in städtischen Problembezirken von Europäischer Ebene zu unterstützen. Das ist von besonderer Relevanz, wenn man die vergangenen Unruhen etwa in Englischen Städten bedenkt. Eine interessante Entwicklung, die in Brüssel derzeit zu beobachten ist: Große Konzerne wie General Electric, Siemens, Philipps werden zum Thema Stadtentwicklung initiativ. Sie sind sehr an integrierten Systemen für technische Lösungen im Bereich städtischer Infrastruktur und Versorgung interessiert und gehen daher aktiv auf die öffentliche Hand zu. Ihr Interesse ist es, integrierte Angebote für die Bereiche Mobilität, Energieversorgung, Wassermanagement und anderes anzubieten. Besonders interessant wird dieses Engagement in jenen Stadtteilen, wo die Konzerne selbst große Standorte unterhalten. In Wien ist etwa das Gebiet Siemens Allissen ein Beispiel eines Areals, in dem ein Leitbetrieb mit seinem Standort Impulse für einen ganzen Stadtteil bringt. Hintergrund dieser Entwicklung ist ein harter Wettbewerb von Hard- und Softwareriesen, die sich erneuern und diversifizieren müssen. Grundsätzlich muss ein neuer, innovativer Stadtteil wie aspern Die Seestadt Wiens nach dem allerbesten, allermodernsten „State of the Art“ Technologien streben, und dabei mit den bestmöglichen Firmen kooperieren. Ausschreibungen in diesem Bereich sollten daher auch für aspern Seestadt techologieneutral erfolgen und sich an den angestrebten Zielen orientieren. Zur Vermeidung von sozialen Schieflagen braucht es in neuen Stadtteilen vor allem eines: Vielfalt! Eine möglichst große Durchmischung  in Verbindung mit gelebter Nachbarschaft ermöglicht ein Miteinander der Generationen und soziale Kohäsion. Ein kleines Beispiel wäre etwa die Unterstützung junger Familien oder Alleinerziehender bei der Kinderbetreuung durch alternde DINKS (double income, no kids), die auf diese Weise nicht alleine alt werden müssen. Das wäre auch eine Form der Frauenförderung, denn Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ja nicht nur eine soziale, sondern auch eine wirtschaftliche Schlüsselfrage. Generell sind die Alltage der Menschen in der Stadt jetzt schon sehr unterschiedlich und werden immer diveser. Das hat mit dem Trend zur Individualisierung und neuen Lebensstilen zu tun. Es braucht daher Strukturen, die auf sich verändernde Bedürfnisse gut und elastisch reagieren.
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