Interaktive Karte

Autor*in

Plansinn

Veröffentlicht am 20.09.2011

Stadtentwicklung | Innovation

ex.alp: Minimundus-Brille

Japan, Korea und China überlegen bereits wie sie gemeinsame Stadtagglomerationen umsetzen. „Vielleicht passt für uns diese österreichische Minimundus-Br...
ex.alp: Minimundus-Brille
Japan, Korea und China überlegen bereits wie sie gemeinsame Stadtagglomerationen umsetzen. „Vielleicht passt für uns diese österreichische Minimundus-Brille, aber auch wir müssen mit dem Stadtbegriff völlig neu umgehen. Wenn wir hier planen, dürfen wir die globale Dimension überhaupt nicht aus den Augen verlieren“, so Christian Smoliner, der im Wissenschaftsministerium die Abteilung „Forschung und Innovationen für die Zukunft“ leitet. Besonders beeindruckt zeigt er sich vom Vortrag von Carlo Ratti, der Massen- und Energieflüsse mittels besonderer Software sichtbar macht und gängige planerische Annahmen über Bewegungen in Stadträumen völlig auf den Kopf stellt. Ratti zeigte am Beispiel eines amerikanischen Bundesstaates mit wem die BewohnerInnen kommunizieren. Ergebnis war, dass die Kommunikation über die politisch-geografischen Grenzen hinaus wesentlich stärker ist als angenommen, wodurch sich völlig andere Räume eröffnen. „Solche funktionalen Einheiten müssten sich in Planungsdokumenten stärker äußern als bisher. Vielleicht gelangt man über solche funktionellen Beschreibungen zu neuen Raumdefinitionen. Und das könnte auch helfen, die Nachhaltigkeit zu implementieren“, überlegt Christian Smoliner. Gefragt zu Erkenntnissen aus Alpbach für aspern Die Seestadt Wiens nennt der Experte in Sachen Nachhaltigkeit vier wesentliche Aspekte: „Wien liegt momentan an 1. Stelle der lebenswerten Städte – vor Vancouver. Nutzen wir diese extrem guten Ausgangsbedingungen, um weltweit Vorreiter zu sein, wir haben die Gunst eines Wienerwaldes für unser Stadtklima, wir liegen an steilen Gradienten sei es Demografie und Landschaftsökologie und an interessanten Schnittstellen im europäischen politischen System; Vorreiter für ein Gesamtkonzept zu sustainable bzw. smart cities.“ Hier ortet Smoliner noch kein aktives Zeichen der Politik. Trotz aller Herausforderung in Sachen Migration beweist Wien immerhin, dass es kein China Town in Wien gibt. Auch mit diesen Erfahrungen könnte man viel aktiver umgehen. Und wir haben hohe Kompetenz an wissenschaftlichen Einrichtungen, die ein weltweites Netzwerk haben – daraus wird noch nicht genug Nutzen gezogen. Eine ganz wichtige Chance sieht Smoliner im Start einer Begleitforschung und eines permanenten Monitorings für aspern Seestadt. „Es ist ja ein Experiment, mich erinnert das an die Insel Third Sea (Vulkaninsel in Nordsee), die über die Jahrzehnte beobachtet wurde. Bereits jetzt sollte man sich kluge Forschungsfragen und Indikatoren dazu überlegen. Man könnte mit peer groups arbeiten, die incentives als Anreiz erhalten. Es wäre interessant auch mit Menschen, die aus aspern ausziehen werden in Kontakt zu bleiben, um Feedback zu bekommen.“ Smoliner fände es auch spannend zu erforschen, ob das, was sie dort erlebt und gelernt haben in irgendeiner Form ihr weiteres Leben und Wohnen beeinflusst oder auch die Frage, „ob aspern Spuren im Gesamtsystem hinterlässt“. Und eins noch zum Schluss: Unser Gesprächspartner würde die „Welt stärker in aspern hereinlassen“ und meint, dass Bezüge zu ähnlichen Stadtentwicklungsprojekten hergestellt werden sollten. Ganz bewusst könnte man damit einen Kontrapunkt zum Klischee der Provinzialität setzen!
# Ähnliche Stories
Visualisierung der Zentralberufsschule: helle Gebäude mit Lamellenfassade, davor ein Platz mit Sitzstufen und Birken
© Kronaus Mitterer Architekten/ janousekhavlicek.cz
Stadtentwicklung | Innovation | Nachhaltigkeit

Österreichs größtes Berufsschulgebäude wächst klimafreundlich

Ab September 2028 werden in der neuen Zentralberufsschule in der Seestadt bis zu 7.500 Berufsschüler*innen im Jahr ausgebildet. Schon beim Bau kommt dort erstmals in großem Stil ein Zement zum Einsatz, der deutlich weniger CO₂ verursacht. Später sorgt Erdwärme fürs Heizen und Kühlen.

Frontansicht von Technologiezentrum 2 in der Aspern Seestadt.
© Luiza Puiu
Stadtentwicklung | Innovation | Nachhaltigkeit | Success Stories

Energiezukunft made in Seestadt: Halbzeit bei der ASCR

Wie bleibt das Stromnetz stabil, wenn Wien unabhängiger von fossiler Energie wird? Die Aspern Smart City Research (ASCR) forscht dazu mitten in der Seestadt und hat jetzt Zwischenbilanz gezogen.

Luftaufnahme der aspern Seestadt mit Wohngebäuden, Grünflächen, Straßen und U-Bahn-Trasse unter blauem Himmel.
© Wien 3420 aspern Development AG
Stadtentwicklung | wohnen

Seestadt schafft neuen Raum für Innovation und Vielfalt im Wohnbau

Wien 3420 startet Vergabeverfahren zu vier Bauplätzen für freifinanziertes Wohnen

Wie gelingen neue Städte? Die Seestadt antwortet auf der EXPO REAL 2026
Stadtentwicklung | Innovation

Wie gelingen neue Städte? Die Seestadt antwortet auf der EXPO REAL 2026

Die Seestadt ist von 5. bis 7. Oktober auf der EXPO REAL in München. Wien 3420-Vorstand Robert Grüneis diskutiert dort mit internationalen Expert*innen, wie neue Städte gelingen. Die Seestadt bringt dafür mit, was in keinem Masterplan steht: zwölf Jahre Erfahrung als Alltag.

Wenn Bäume Daten liefern: Internet of Trees in der Seestadt
Stadtentwicklung | Innovation | öffentlicher Raum

Wenn Bäume Daten liefern: Internet of Trees in der Seestadt

Wann braucht ein junger Stadtbaum wirklich Wasser? Am Nelson-Mandela-Platz messen Sensoren mehrerer Bäume laufend, wie feucht der Boden ist. Das Forschungsprojekt „Internet of Trees" liefert so die Daten, um Bäume genau dann zu gießen, wenn sie es brauchen. Im Video erklären Jakob Kastner und Robert Grüneis, was dahintersteckt.

Jugendliche sitzen in einem Halbkreis und blicken auf eine Person, die eine Erklärtafel in den Händen hält
© Boban Ilievski
leben | Stadtentwicklung

Jugendliche erkunden bei der Seestadt-Challenge die Stadt der Zukunft

Wie funktioniert eine Stadt der kurzen Wege? Was macht die Seestadt besonders lebenswert? Und was bedeutet eigentlich das Schwammstadtprinzip? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich drei Schulklassen aus der Seestadt und der Umgebung bei der Seestadt-Challenge kurz vor den Sommerferien.

Nelson-Mandela-Platz: klimafitte Drehscheibe im Nordosten Wiens
Stadtentwicklung | Mobilität | Nachhaltigkeit | öffentlicher Raum

Nelson-Mandela-Platz: klimafitte Drehscheibe im Nordosten Wiens

Der neue Nelson-Mandela-Platz am Bahnhof Aspern Nord ist einer der Orte, an denen man die Seestadt geradezu „beim Werden“ zuschauen kann. Wo vor wenigen Jahren noch Baustelle war, ist ein Platz entstanden, der Verkehrsknoten, Treffpunkt und Klimabaustein in einem ist – und damit ein wichtiges Tor zur Seestadt.

Das Seestädter, LIL-Y am See und PIER05 prägen die Seestädter Waterfront. Der Baubeginn von „LIL-Y am See“ erfolgte im April 2026. „PIER05“ und „Das Seestädter“ folgen in den nächsten Monaten.
© Wien 3420 aspern Development AG / Visualisierungen: K18.pictures; 2026
Stadtentwicklung

Neue Einblicke: So wird die Waterfront der Seestadt

Im Quartier Seeterrassen wächst in den kommenden Jahren ein neuer zentraler Ort der Seestadt. Aktuelle Visualisierungen zeigen erstmals, wie sich die zukünftige Waterfront mit Promenade, Gastronomie, Wohnraum und Arbeitsplätzen zu einem lebendigen Treffpunkt am Wasser entwickeln wird.

Bohranlage von oben
© deeep/Johannes Zinner
Stadtentwicklung | Innovation | Nachhaltigkeit

Mehr drin als gedacht: Geothermie-Potenzial unter der Seestadt

Unter der Seestadt schlummert klimaneutrale Wärme – und sie lässt sich besser nutzen als gedacht. Das Geothermieprojekt von Wien Energie und OMV hat seine Testphase erfolgreich abgeschlossen und ein deutlich größeres Potenzial aufgezeigt, als zunächst angenommen.

Moderne Wartehäuschen
© Schuberth und Schuberth / levgenii Kalinovych
Stadtentwicklung | öffentlicher Raum | Naherholung

Architekturauszeichnung für die Stationsdächer am Nelson-Mandela-Platz

Die Stationsdächer am neuen Nelson-Mandela-Platz in der Seestadt wurden von der Stadt Wien im Rahmen der Architekturauszeichnung „gebaut 2025“ prämiert. Die Auszeichnung würdigt qualitätsvolle Architektur im Stadtraum und unterstreicht den hohen Anspruch, mit dem Infrastruktur in der Seestadt geplant und realisiert wird.