Zwei der modernsten Trafostationen im gesamten Netzgebiet der Wiener Netze sind hier in Betrieb. Das Besondere daran: In ihre Entwicklung sind direkt Ergebnisse aus der Aspern Smart City Research (ASCR) eingeflossen, jenem europaweit einzigartigen Energieforschungsprojekt, das seit 2013 in der Seestadt beheimatet ist.
Das Forschungsprojekt ASCR (Aspern Smart City Research) erforscht seit über einem Jahrzehnt, wie das städtische Energiesystem intelligenter, effizienter und klimafreundlicher gestaltet werden kann. Im Smart-Grid-Testbed der Seestadt – mit 12 Netzstationen, 24 Transformatoren und zahlreichen Sensoren – wurde in den vergangenen Jahren erprobt, wie ein Stromnetz schrittweise lernt: zuerst den eigenen Zustand zu erfassen, dann Daten zu analysieren und schließlich eigenständig auf Veränderungen zu reagieren. Genau diese Erkenntnisse stecken nun in den neuen Trafostationen.
„Die Seestadt als Blaupause für die Stadt von morgen“
Als Vorstand der Wien 3420 aspern Development AG kennt Robert Grüneis beide Seiten: Von 2017 bis 2022 leitete er die ASCR als Co-Geschäftsführer, heute verantwortet er die Entwicklung jenes Stadtteils, in dem die Forschungsergebnisse Realität werden.
Was in der Seestadt erforscht und erprobt wird, bleibt nicht in der Seestadt. Die neuen Trafostationen zeigen eindrucksvoll, wie aus Grundlagenforschung handfeste Infrastruktur wird, die den Alltag der Menschen verbessert und gleichzeitig dem Klima nützt. Die Seestadt ist damit eine Blaupause für die intelligente, nachhaltige Stadt von morgen.
Robert Grüneis
Vorstand der Wien 3420
Die Trafostationen sind mit Sensoren ausgestattet und digital an die Zentrale der Wiener Netze angebunden. Energieflüsse lassen sich dadurch in Echtzeit überwachen. Im Störungsfall kann ferngesteuert auf ein anderes Stromkabel umgeschaltet werden, was den Anfahrtsweg erspart und Versorgungsunterbrechungen deutlich rascher beheben lässt.
Blick in eine der beiden neuen Trafostationen: Sensoren und digitale Anbindung ermöglichen die Echtzeitüberwachung des gesamten Energieflusses.
Auch die Auslastung der Anlagen wird aus der Ferne beurteilt, Fehler frühzeitig erkannt und die Lebensdauer der Infrastruktur verlängert. In Wien und Umgebung sind mittlerweile mehr als 400 Trafostationen auf diese Weise digitalisiert – die beiden neuen Stationen in der Seestadt bilden dabei die technologische Speerspitze.
Diese Daten ermöglichen uns, die Energieflüsse in Echtzeit zu kontrollieren und damit die Versorgungssicherheit auf ein noch stabileres Niveau zu heben als bisher.
Gerhard Fida
Vorsitzender der Geschäftsführung der Wiener Netze
Klimaschutz konkret: Schluss mit SF6
Eine weitere Innovation betrifft die Umweltverträglichkeit: Die neuen Schaltanlagen kommen vollständig ohne das Isoliergas SF6 aus und setzen stattdessen auf das klimaneutrale Isoliermedium Clean Air. Seit Anfang 2026 werden alle neuen Trafostationen der Wiener Netze nach diesem Standard gebaut. Ein konkreter Beitrag zum Klimaschutz, der in der Seestadt seinen Anfang nimmt.
Statt des SF6-Gases kommt in der blueGIS-Schaltanlage das klimaneutrale Isoliermedium Clean Air zum Einsatz – seit Anfang 2026 Standard für alle neuen Trafostationen der Wiener Netze.
ASCR: Dritte Phase mit klarem Fokus
Das Timing ist kein Zufall. Seit 2024 läuft die dritte Programmperiode der ASCR unter dem Motto „NeXt Level. 2028“, ausgestattet mit 36 Millionen Euro. Über 100 Expert*innen arbeiten an neuen und weiterentwickelten Lösungen für die Energiezukunft im urbanen Bereich. Zu den aktuellen Schwerpunkten zählen die Weiterentwicklung des digitalisierten Stromnetzes der Zukunft, "Raus aus Gas" im Bestandsgebäude für Wohnen und Arbeiten, die Transformation von smarten Gebäuden zu autonomen Gebäuden, intelligente Infrastruktur für Elektromobilität und digitalisierte Services für eine Smart City. Erst im vergangenen Jahr wurde die ASCR-Forschung zur Integration von E-Ladeinfrastruktur in städtische Niederspannungsnetze auf der internationalen CIRED-Konferenz in Genf präsentiert.
Hintergrund: Das Stromnetz der Wiener Netze
Das Stromnetz der Wiener Netze erstreckt sich über rund 20.800 Kilometer. 47 Umspannwerke und rund 11.000 Trafostationen sorgen für den verlässlichen Energietransport zu mehr als zwei Millionen Kund*innen in Wien und Umgebung. In Trafostationen wird Mittelspannung in jene Niederspannung umgewandelt, die in Haushalten und Betrieben ankommt. Als Österreichs größter Kombinetzbetreiber investieren die Wiener Netze jährlich mehr als 440 Millionen Euro in Instandhaltung und Ausbau ihrer Netze.
Nelson-Mandela-Platz: klimafitte Drehscheibe im Nordosten Wiens
Der neue Nelson-Mandela-Platz am Bahnhof Aspern Nord ist einer der Orte, an denen man die Seestadt geradezu „beim Werden“ zuschauen kann. Wo vor wenigen Jahren noch Baustelle war, ist ein Platz entstanden, der Verkehrsknoten, Treffpunkt und Klimabaustein in einem ist – und damit ein wichtiges Tor zur Seestadt.
Neue Einblicke: So wird die Waterfront der Seestadt
Im Quartier Seeterrassen wächst in den kommenden Jahren ein neuer zentraler Ort der Seestadt. Aktuelle Visualisierungen zeigen erstmals, wie sich die zukünftige Waterfront mit Promenade, Gastronomie, Wohnraum und Arbeitsplätzen zu einem lebendigen Treffpunkt am Wasser entwickeln wird.
Mehr drin als gedacht: Geothermie-Potenzial unter der Seestadt
Unter der Seestadt schlummert klimaneutrale Wärme – und sie lässt sich besser nutzen als gedacht. Das Geothermieprojekt von Wien Energie und OMV hat seine Testphase erfolgreich abgeschlossen und ein deutlich größeres Potenzial aufgezeigt, als zunächst angenommen.
Architekturauszeichnung für die Stationsdächer am Nelson-Mandela-Platz
Die Stationsdächer am neuen Nelson-Mandela-Platz in der Seestadt wurden von der Stadt Wien im Rahmen der Architekturauszeichnung „gebaut 2025“ prämiert. Die Auszeichnung würdigt qualitätsvolle Architektur im Stadtraum und unterstreicht den hohen Anspruch, mit dem Infrastruktur in der Seestadt geplant und realisiert wird.
Ein Bayer in der Seestadt: Digitalminister Mehring zu Gast
Anfang Juni machte der Bayerische Staatsminister für Digitales, Fabian Mehring, auf seiner Wien-Reise Station in der Seestadt. Die Delegation aus dem Freistaat wollte sehen, wie der Stadtteil im Nordosten Wiens Stadtentwicklung und Digitalisierung im Alltag verbindet.
Wie entwickelt sich die Seestadt weiter? Wo entstehen neue Wohn- und Arbeitsräume? Wie werden öffentliche Plätze gestaltet? Und welche Veranstaltungen und Projekte stehen in der Nachbarschaft an? Antworten zu diesen und weiteren Fragen gibt es beim SeestadtForum am 02. Juni in den Räumen für Nachbarschaft.
In der Seestadt wächst das Bildungsangebot weiter: An der Kreuzung Sonnenallee und Seestadtstraße wird ein neuer AHS-Standort errichtet. Das Siegerprojekt des Architekturbüros Franz&Sue verbindet moderne Lernräume, großzügige Freiräume und hohe Nachhaltigkeitsstandards.
In den nächsten Wochen lassen sich 60 Schafe das Gras auf den Asperner Terrassen schmecken – und sorgen so für eine natürliche Pflege der artenreichen Wiesenflächen.
Seestädter Loop: Wie funktioniert das Tauschen & Schenken?
Am 29. Mai 2026 findet der 1. Seestädter Loop statt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Kleidung, Schuhe und Accessoires für Groß und Klein tauschen & schenken können.
Neues Team für das Stadtteilmanagement in aspern Seestadt
Seit Jänner 2026 berät, vernetzt und begleitet ein neues Team die Nachbarschaft in einem der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Ob Alltagsfrage oder Wunsch nach Vernetzung: Das Büro am Hannah-Arendt-Platz steht für alle Anliegen offen.
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