Interaktive Karte

Autor*in

Plansinn

Veröffentlicht am 27.08.2011

leben | Mobilität

ex.alp: Eine Mobilitätstablette gibt es nicht!

Die Konzentration von Menschen, Produkten und Services kann in Städten enorme Dichten erreichen und ubiquitäre Kommunikationstechnologien lassen reale und ...
ex.alp: Eine Mobilitätstablette gibt es nicht!
Die Konzentration von Menschen, Produkten und Services kann in Städten enorme Dichten erreichen und ubiquitäre Kommunikationstechnologien lassen reale und virtuelle Distanzen zusammenschrumpfen, doch das Bedürfnis nach Mobilität verändert sich nicht. Das Zeitbudget für die tägliche Mobilität ist seit Jahrzehnten nicht gesunken, aber die zurückgelegten Distanzen haben sich signifikant erhöht (vgl. Axhausen, ETH Zürich, zitiert von Katja Schechtner in Alpbach). Katja Schechtner spricht mit ex.alp aus ihrem reichen Erfahrungsschatz zum Thema Mobilität. Neben ihrer Tätigkeit als Head of Business Unit im Mobility Department des AIT in Wien forscht sie auch am MIT Media Lab in Boston. Ihr berufliches Herzensanliegen ist es, Technologie mit Ästhetik zu verbinden, was insbesondere am Media Lab gut gelingt. Gefragt nach den Trends hinsichtlich städtischer Mobilität prognostiziert die Architektin und Stadtplanerin folgende Entwicklungen. Die technologischen Fortschritte der letzten 20 Jahre erlauben heute das Mobilitätsverhalten in Stadtregionen direkt zu erfassen und zu analysieren. Systeme zur Verkehrssteuerung werden umfassend ausgebaut und Technologien zur unmittelbaren und dynamischen Lenkung von Verkehrsströmen nach Kriterien wie Energieeffizienz, Sicherheit und Kostenminimierung werden zukünftig weite Verbreitung finden. Außerdem werden die BürgerInnen mehr Wahl- und Teilhabemöglichkeiten hinsichtlich ihrer individuellen Mobilität haben. Vorauszusehen ist auch, dass der Anteil von Zwei- und Drei-Rädern am Modal Split steigen wird, Elektrofahrzeuge werden wesentlich stärker zum Einsatz kommen; im Umstieg vom Auto auf den Scooter würde auch für aspern Seestadt ein großes Potenzial liegen. Auf die Frage nach international anerkannten Vorbildern in Sachen Mobilität für aspern Die Seestadt Wiens möchte Katja Schechtner nichts uneingeschränkt empfehlen, denn es gäbe viele „kleine“ Beispiele wie die Bikestationen in den Städten, aber das sei für „aspern nichts neues. Hier geht es vielmehr um ein wirklich integriertes Konzept. In einer neuen Stadt besteht die große Chance die Verkehrsdienstleistung völlig neu zu bauen. Der Stadtteil könnte gut ohne „Autos“ – im Sinne unserer aktuellen Vorstellung eines Autos – auskommen“. Das wesentliche Hindernis für eine rasche Umsetzung umfangreicher und integrierter Mobilitätskonzepte ortet Schechtner allerdings in der Nicht-Vermarktbarkeit von Algorithmen für PolitikerInnen. Doch weil es „keine Mobilitätstablette gibt“, werden die PolitikerInnen aktiv Schritte setzen müssen. In der Rolle als Bürgermeisterin von Wien würde sie für aspern Seestadt drei konkrete Dinge in die Wege leiten: „Ganz intensiv würde ich einen Mix der BürgerInnen anstreben und Angebote für verschiedene Gruppen entsprechend ihrer vielfältigen Bedürfnisse gestalten. Ein gut ausgebautes Netz an kurzen Wegen, die durch menschliche Kraft allein bzw. mit Unterstützung von Elektromotoren zurückgelegt werden können, ist unabdingbar für eine neue Stadt.“ An ganz wenigen Punkten würde sie Zentralgaragen vorsehen, die ausschließlich als Car Sharing Option betrieben, die Verbindung nach außen gewährleisten. Eine optimale öffentliche Verkehrsanbindung wie die bereits vorhandene U-Bahn, gut ausgebaute und hochrangige Fahrradwege seien sowieso selbstverständlich. Hinsichtlich der Planung von Frei- und Straßenräumen für aspern Seestadt sieht Schechtner im aktuellen Prozess bereits ein sehr hohes Maß an Sorgfalt. Doch insgesamt könnte aspern noch radikaler sein: „denn was heute geplant und bedacht wird, wird in 10 Jahren gerade dem Trend in der Lebensqualität entsprechen“, so die Expertin. Die Möglichkeit für den Austausch mit interessanten Menschen und visuelle Ruhe ist das, was für die Expertin eine unbedingte Voraussetzung für ihren persönlichen Lebensort ist. Sao Paulo kommt ihr dabei in den Sinn, wo der Bügermeister Gilberto Kassab im Jahr 2007 die „werbeplakatlose“ Stadt durchgesetzt hat – angeblich boomt die Wirtschaft trotzdem (Anm. ex.alp: diverse kritische Artikel dazu sind im Netz zu finden). Abschließend richtet sich Katja Schechtner an Wiens Verwaltung und Politik: „Wenn das Projekt fertig sein wird, sollte die Stadt Wien dieses Beispiel wirklich international verkaufen, sodass sich für Planer und Technologieentwickler Exportchancen nützen lassen! In Planung und Organisation sind in Österreich durch die technologische und politische Struktur schon früh die richtigen Schritte gesetzt worden. Im internationalen Kontext findet dies wirklich Anerkennung!“ Information zum Projekt: Mobility On Demand Durchgeführt von MIT Media Lab in Kooperation mit TU Wien im Frühjahr 2011, Leitung Prof. Kent Larson, Prof. Markus Tomaselli und Katja Schechtner für aspern. In 12 Gruppenarbeiten haben die StudentInnen von Harvard, MIT und TU Wien das MOD Konzept für aspern Seestadt von der Gestaltung öffentlicher Mobilitätsräume bis zur Entwicklung eines elektrisch betriebenen Dreirades und eines Fleetmanagementsystems weiter entwickelt. Information zum Projekt: Kiska 3 Rad Das KTM Projekt und der Prototyp Kiska 3 Rad wurde auch in Alpbach präsentiert. AIT und KTM haben gemeinsam ein vollelektrisch betriebenes Motorcross-Motorrad entwickelt.
# blog.detail.related.hashtag
Gruppenbild des neuen Stadtteilmanagement-Teams
© Livia Heinl
Stadtentwicklung | leben | Nachbarschaft

Das neue Stadtteilmanagement stellt sich vor

Im Jänner 2026 ist ein neues Team in das Stadtteilmanagement-Büro eingezogen und mitten in der Seestadt angekommen.

Zwei junge Männer stehen lächelnd in einem modernen, hellen Restaurant und halten Take-away-Bowls in den Händen. Im Hintergrund ist eine lange Theke mit frischen Zutaten sowie Gäste, die an Tischen sitzen.
© Luiza Puiu
leben | Stadtentwicklung | Gastronomie

Kulinarisches Angebot in aspern Seestadt wächst weiter

Mit Kenny’s, Vegan Kiss und Ciao Ragazzi erweitern ganz unterschiedliche Konzepte die gastronomische Vielfalt im Stadtteil

Bild der winterlichen Seestadt von Süden aus mit Fokus auf den zugefrorenen See.
© Wien 3420 AG
leben | besuchen | Nachbarschaft | öffentlicher Raum

Eis am See: Warum Vorsicht lebenswichtig ist

Der zugefrorene See in der Seestadt wirkt im Winter oft idyllisch – und täuscht dabei eine vermeintliche Sicherheit vor. Trotz anhaltender Minusgrade ist das Eis nicht überall tragfähig.

Menschen halten ein großes Plakat
© STM
leben

Rückblick auf 12 Jahre Stadtteilmanagement Seestadt aspern

Zwölf Jahre Stadtteilmanagement – ein Abschied mit Dankbarkeit. Seit zwölf Jahren begleitet unser Team, bestehend aus Mitarbeiter*innen der Caritas Stadtteilarbeit, PlanSinn und ABZ*austria die Entwicklung der Seestadt: von den ersten Baustellen bis hin zu einem lebendigen, vielfältigen Grätzl, das heute von Zusammenhalt und aktiver Nachbarschaft geprägt ist.

Menschen stehen im Freien und schneiden ein rotes Band durch
© Luiza Puiu
leben

Sommer auf der Nachbarschafts-Terrasse am Pier

Der Sommer in der Seestadt hat viele schöne Seiten – eine davon ist ganz sicher die Nachbarschafts-Terrasse am Pier.

Eine Frau schaut aus dem Fenster
© Luiza Puiu
leben

Mutig sein beim MitMoch!

Seien Sie dabei beim MitMoch und lernen Sie Neues kennen.

Menschen zu Fuß und mit Rad fahren vor einer urbanen Skyline der Seestadt mit direkter U-Bahn Anbindung
© Daniel Hawelka
besuchen | leben | Mobilität

Seestadt optimal vernetzt

Nachhaltig mobil, bestens verbunden – in der Seestadt greifen alle Elemente moderner Mobilität ineinander. U-Bahn, Schnellbahn, Straßenbahn und Buslinien verbinden direkt mit dem Wiener Zentrum und der Region, Rad- und Fußwege erleichtern kurze Wege im Alltag. Für den Autoverkehr gibt es zentrale Stellflächen, die das Mobilitätskonzept ergänzen.

Mann liegt auf einer Wiese und hält ein Mädchen auf seinen Händen
© Luiza Puiu
leben | wohnen | Nachbarschaft

Leben in der Seestadt – wohnen, arbeiten, wohlfühlen

Die Seestadt verbindet modernes Wohnen mit viel Freiraum, guter Infrastruktur und einer aktiven Nachbarschaft. Hier entsteht ein Stadtteil, in dem Alltag und Lebensqualität ineinandergreifen.

Frau auf einem Lastenrad von WienMobil Rad, die Pflanzen transportiert.
© Simon Wöhrer / Wiener Linien
Mobilität

Mit dem Grätzlrad zum Mistplatz – nachhaltige Besorgungen leicht gemacht

In der Seestadt lassen sich Alltagswege oft ganz ohne Auto erledigen. Brauchen die Balkonblumen beispielsweise frische Erde, reicht das E-Lastenrad des Stadtteilmanagements Seestadt vollkommen aus.

Erste gemanagte Einkaufsstraße Österreichs
© Luiza Puiu
leben | besuchen | Einkaufen + Retail

Nahversorgung neu gedacht: Österreichs erste gemanagte Einkaufsstraße

aspern shopping zeigt, wie moderne Nahversorgung funktioniert: Österreichs erste gemanagte Einkaufsstraße macht die Seestadt zu einem lebendigen Zentrum für Einkaufen, Genuss und Begegnung.