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hannahschifko

Veröffentlicht am 20.08.2012

Stadtentwicklung | Innovation

ex.alp: Das Dorf in die Stadt holen.

Am letzten Tag der Gesundheitsgespräche redeten wir mit Dr. Klaus Vavrik über gesundheitsfördernde Maßnahmen für Kinder und Jugendliche. Vavrik ist u.a ...
Am letzten Tag der Gesundheitsgespräche redeten wir mit Dr. Klaus Vavrik über gesundheitsfördernde Maßnahmen für Kinder und Jugendliche. Vavrik ist u.a Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundeit. Ideen zu aspern hat er viele, am liebsten wären ihm viele Döfer in einer Stadt. Mal sehen, ob aspern Seestadt das gelingt.  Welche wichtigen Faktoren muss man bedenken um einen gesundheitsfördernden Lebensraum für junge Menschen in aspern Seestadt zu schaffen? Grundsätzlich muss man unterscheiden ob das Kinder sind mit alltäglicher Krankheitsbelastung oder Kinder mit chronischen Krankheiten. Für die erste Gruppe braucht es ganz klar gesunde Lebensräume. Soll heißen genügend Platz, Projektionsflächen für Sport, Freizeit und natürlich auch Spiel. Weiters wäre es wichtig genug Raum für Familien zu schaffen. Für mich würde hier der Spruch gelten: "Es braucht ein Dorf um ein Kind zu erziehen". Leider gibt es solche Umgebungen wie Großfamilien immer weniger. Welche gesundheitlichen Einrichtungen würden Sie vorschlagen? Ich denke in aspern Seestadt werden viele Familien angesiedelt werden. D. h man bräuchte so etwas wie ein kleines Ambulatorium. Wichtig ist hier die Interdisziplinarität. Es reicht nicht "nur" einen Kinderarzt hinzusetzten, sondern man muss auch die anderen Berufsgruppen miteinbeziehen. Ganz fein wäre es, leider gibt es das noch nirgendwo in Österreich, wenn man ein "Child Health Care Center" schafft. In Schweden gibt es soetwas bereits, es ist eine niederschwellige Anlaufstelle für ALLE Kinderprobleme. Die Eltern müssten nicht mehr im Kreis laufen. Ich würde es wirklich erstrebenswert finden, so etwas im Kern mitzudenken. Das wäre dann natürlich auch für die zweite Gruppe von Kindern, jene mit chronischen Krankheiten, wichtig... Genau. Wahrscheinlich wird ein solches Ambulatorium für 20.000 Bewohner, die in der Seestadt am Ende leben werden, nicht sinnvoll sein . Aber man sollte sich auch das Einzugsgebiet ansehen. Was hat die Stadt Wien bis jetzt noch verabsäumt wenn es um Gesunheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen geht? Also eine Sache, die bei allen Studien bis jetzt deutlich gezeigt wurde, ist das starke Sicherheitsbedürfnis von Kindern. Sie suchen nach Familie und Freunden. Die Großstadtstruktur fördert natürlich das Gegenteil. Es gibt viele Singlehaushalte, AlleinerzieherInnen, man kennt seine Nachbarn nicht, Kinder haben große virtuelle Netzwerke, aber kaum mehr reale Freunde. Ich denke es wäre wichtig  Grätzelgemeinschaft zu etablieren. Das würde nicht nur das Leben der jungen Stadtbevölkerung ändern, sondern der "Städter" allgemein. Schließlich lebt seit 2010 mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Dort ist allerdings der Gesundheitszustand viel schlechter. Wenn aspern Seestadt da eine Veränderung gelingt, wäre es toll.  
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