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Wien 3420 AG

Veröffentlicht am 26.12.2022

leben | Unternehmen

Ein Stadtteil in Bewegung

Diesen Spaziergang sowie weitere spannende Artikel lesen Sie online in der aktuellen Ausgabe des Magazins workflow.Nicht nur die Gebäude und die Infrastrukt...
Jürgen Smrz, Unternehmer für Sportevents
© Michèle Pauty
Diesen Spaziergang sowie weitere spannende Artikel lesen Sie online in der aktuellen Ausgabe des Magazins workflow.Nicht nur die Gebäude und die Infrastruktur der Seestadt sind äußerst aktiv – sondern auch die Bewohner. Wir haben einen „sportlichen“ Spaziergang mit Jürgen Smrz gemacht, der sich als Unternehmer für Sportevents in der Seestadt etabliert hat.Von Anna GruberDer Spaziergang startet ganz in der Nähe von Smrz' Wohnung – am Seebogen – gleich neben der Boulderbar Seestadt. Hier klettert auch seine Tochter, die jetzt neun ist, erzählt er. Die Boulderhalle selbst verfügt über rund 1400 Quadratmeter Kletterfläche, inklusive zwei Outdoorbereiche. Wie als kleiner Vorbote lockt auch unter der U-Bahn eine kleine Kletterwand mit ihren bunten Griffen. Überhaupt haben sich unter dem Dach der Schienen zahlreiche Bewegungsangebote angesammelt, an denen wir heute noch vorbei spazieren werden. Gleich daneben wartet ein Crossfit-Bereich mit Stangen in unterschiedlichen Höhen, ein Stück weiter hinten fordert ein Motorik-Parkour dazu heraus, zwischendurch einmal die eigene Geschicklichkeit unter die Lupe zu nehmen. Alles zusammen bildet den „Fitnesspark“ im Elinor-Ostrom-Park.Zeigen, was die Seestadt kann. Smrz ist mit seinem Unternehmen Fairsports als Eventmanager im Sportbereich tätig, erzählt er, während wir Richtung Seepark spazieren. In der Seestadt betreut er den Seestadtlauf – für den Veranstalter ASKÖ kümmert er sich dabei um Genehmigungen, Streckenverlauf und Rennleitung. Der Lauf findet immer im September statt. „Voriges Jahr habe ich außerdem versucht, Veranstaltungen in die Seestadt zu bringen, ein bisschen Lobbying zu betreiben. Ich möchte den Leuten einfach zeigen, wie schön es hier ist“, so Smrz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 2023 wird bereits zum zweiten Mal der Seestadt-Triathlon stattfinden, auch den X-Cross-Run hat er vom Prater in die Seestadt gelockt. „Beim ersten Triathlon dieses Jahr hatten wir mehr als 500 Teilnehmer, das war ein großer Erfolg für uns“, erzählt Smrz. Er ist ja selbst ein Belehrter, denn anfangs war er skeptisch, in die Seestadt zu ziehen. „Freunde von uns haben schon seit Beginn in der Seestadt gewohnt, im ersten Haus, das gebaut wurde – die waren immer begeistert. Mich hat schließlich die Wohnung überzeugt.“ Es ist eine Wohnung mit zwei Eingängen, für ihn und seine Frau, beide selbstständig, natürlich sehr praktisch.Als es dann Zeit wird, eine größere Wohnung zu suchen, kommt schon kein anderer Standort mehr in Frage: „Ich bin mittlerweile einfach ein Seestädter“, erklärt er und lenkt den Blick nach links, wo wir inzwischen zu einem kleinen Fahrrad-Motorikpark gekommen sind, bei dem Kinder das Fahren über Straßenbahnschienen oder Speed-Ramps üben können und wo häufig kostenlose Radkurse stattfinden. Daneben steht auch ein Container, in dem man immer wieder Fahrräder testen kann – „das ist grenzgenial, so können die Kids zum Beispiel ausprobieren, ob sie schon ein größeres Rad brauchen.“Auch für Ballsportarten ist gesorgt: ein Street-Soccer- und ein Basketballplatz (mit niedrigeren Körben für Kinder), gleich daneben jeweils Sitzgelegenheiten, bei denen sich Freunde oder Eltern zum Plaudern zusammenfinden können.Fitte Mamas im Park. Beim Seestadt-Triathlon wird auch durch den namensgebenden See geschwommen, erzählt Smrz, als wir den Seepark erreichen – und auch von seinen ursprünglichen Bedenken, Mitte Mai hätte er noch zu kalt sein können. Wie bestellt wagen zwei Hartgesottene jetzt gerade den buchstäblichen Sprung ins kalte Wasser des Sees, unter reichlich Gelächter und Gepruste. „Während des Triathlons sind die Seestädter auf ihren Balkons gestanden und haben zugesehen, die Stimmung war super“, erzählt Smrz.Im Hintergrund sehen wir ein paar Frauen mit Kinderwagen synchron in Bewegung – es ist der Mama-Fit-Kurs von Sonja Wolf. Als wir hinübergeschlendert sind, ist der Kurs bereits vorbei und Wolf plaudert noch mit einer „ihrer“ Mamas, dahinter, gut eingepackt im Kinderwagen, schläft ein Baby. Wolf ist selbstständig als lizensierte Mama-Fit-Trainerin, die Zusatzausbildung hat sie in ihrer zweiten Schwangerschaft 2018 gemacht: „Ich bin seit 2010 Fitness- und Personaltrainerin, wollte aber dann nicht mehr nur im Fitnesscenter arbeiten. Wegen meiner eigenen Schwangerschaft habe ich mich mit den Sportmöglichkeiten beschäftigt und bin so auf Mama Fit gestoßen – sechs Wochen vor der Geburt habe ich die Abschlussprüfung für die Ausbildung gemacht.“ Mama Fit ist ein offenes Kurssystem ohne Anmeldung. Ihre ersten Kurse hält Wolf also mit ihrem neun Wochen alten, persönlichen Trainingsbaby: „Ich hatte auch Vorbildwirkung: unsere Kurse sind immer im Freien, bei jedem Wetter – und ich habe gezeigt, dass das auch mit einem Baby geht, wenn man es gut einpackt.“ Bei Regen weicht man unter die U-Bahn aus. „Man muss ja mit dem Kind ohnehin an die frische Luft – und wir kombinieren das gleich.“Mama Fit ist nicht das einzige Angebot für Frauen mit Kind: der Turnverein Seestadt organisiert die „Flotten Muttis“. Auch hier sind die Kinder immer mit dabei: Bei gemeinsamen Walking- und Laufrunden mit Laufbuggys durch die Seestadt und auch bei kurzen Gymnastikeinheiten, die zwischendurch gemacht werden und die darauf abgestimmt sind, was jede für die Fitness gerade besonders braucht.Kampfsport, Bike-Café, Kicken. Über Maria-Tusch-Straße und Sonnenallee geht es weiter zum Yu-Taekwondo-Studio, wo jeder von Anfänger bis Schwarzgurt das richtige findet. Angeboten werden außerdem Selbstverteidigungs- und Selbstschutzkurse. Auch Freunde des Zweirades sind in dieser Nachbarschaft gut aufgehoben: United in Cycling hat hier seinen Stützpunkt, wo man Fahrräder und Zubehör erstehen oder sein Rad reparieren lassen kann. Gleich um die Ecke ist übrigens eines von mehreren Yogaangeboten der Seestadt, der Wild Hearts Yoga Club. Und natürlich Smrz' Lieblingssportstätte: Andi kickt.„Ich habe bis ich 19 war sehr intensiv Fußball in einem Verein gespielt – und dann lange Zeit gar nicht“, erzählt Smrz. In einer Paparunde sei irgendwann die Idee aufgekommen, man könnte doch einmal gemeinsam kicken gehen – daraus hat sich ein montäglicher Fixtermin entwickelt. Nämlich bei Andi kickt, einer Sportanlage am Dach der Parkgarage des Seehub mit fünf Soccerplätzen, auf denen je acht bis zehn Spieler Platz finden. Teil der Anlage sind natürlich Umkleide, Dusche und eine Sportkantine sowie ein klimatisierter Clubraum, in denen auch Events stattfinden können. Die Leidenschaft für das runde Leder dürfte – zumindest phasenweise – in der Familie liegen, erzählt Smrz und auch dafür gibt es das passende Konzept: die Football School. Anders als bei einem Verein bietet sie Kurse und Camps an verschiedenen Standorten an. „Das war schon sehr praktisch für meine Tochter – dort konnte sie hineinschnuppern, ohne gleich Teil eines Vereins zu sein.“Am Rückweg marschieren wir über den Wangari-Maathai-Platz wieder Richtung Seepark, wo im HoHo das Gate 9 angesiedelt ist, ein Fitness-Center mit „angenehmer Stimmung, motiviertem Personal und hochwertigen Geräten und Kursangebot“ wie es Smrz beschreibt.Wachsendes Angebot. „Hier sollen in den nächsten Jahren mehrere Fußballplätze und eine Schwimmhalle hinkommen“, erklärt Smrz und macht eine ausholende Geste über die grüne Wiese, wo Sonnenallee und Seepromenade sich treffen. Das werde auch Schwimmvereine in die Seestadt bringen, glaubt Smrz, denn in Wien seien Bahnen oft heiß umkämpft. Hier, in der Eileen-Gray-Gasse bietet Soulbody Vienna Yoga an, ganz in der Nähe ist das Poledance-Studio Dance Moves by Lis. Ein Stückchen weiter ist ein sportliches Angebot, das Smrz lieber nicht zu Hause erwähnt – wohl wissend, dass seine Kinder sich sofort darauf stürzen würden: der Reitsimulator. Trainiert wird auf Douglas: der Pferdesimulator in Originalgröße ahmt Reaktionen und Bewegungen eines Pferdes naturgetreu nach, dabei werden die Bewegungen des Reiters genau gemessen und analysiert. So können Technik, Gewichtsverteilung und mehr auf dem Pferderücken perfektioniert werden. Douglas kann als Spring- und als Dressurpferd eingesetzt werden. Wer lieber auf echten Pferden sporteln möchte, findet in der Umgebung mehrere Möglichkeiten. Dafür müsste man die Seestadt verlassen – und damit beenden wir unseren Spaziergang.Jürgen SmrzDer Unternehmer ist mit seinen Fairsport Events auf Eventmanagement im Sportbereich spezialisiert. Selbst ist Smrz ehemaliger Triathlet und Ultra- Langstreckenläufer. Bei seinen Events legt er nicht nur Wert auf Qualität, sondern auch auf Nachhaltigkeit und Fairness.
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