Menschen & Unternehmen der Seestadt: Ciao Ragazzi
Wer bei Ciao Ragazzi eine Pizza bestellt, bekommt weit mehr als ein schnelles Take-away-Gericht. Hinter dem kleinen Lokal in der Seestadt steckt eine Geschichte von Leidenschaft und dem Anspruch, Qualität kompromisslos zu leben.
Dass hier heute täglich hunderte Pizzen über den Tresen gehen, ist alles andere als selbstverständlich. Noch vor rund einem Jahr befand sich an diesem Ort ein 24-Stunden-Automatenraum. Gemeinsam mit dem damaligen Betreiber entwickelte Andre Novak die Idee, die Fläche komplett neu zu denken. Lüftung, Elektrik, Wasseranschlüsse, Pizzaofen – aus einem funktionalen Raum wurde Schritt für Schritt eine neapolitanische Pizzeria.
„Es war eigentlich nichts da“, erinnert sich Andre. „Wir haben alles neu aufgebaut und daraus einen gastronomischen Betrieb gemacht.“
Heute werden auf nur 22 Quadratmetern täglich bis zu 300 Pizzen gebacken. Was auf den ersten Blick fast unmöglich erscheint, funktioniert dank eingespielter Abläufe und eines Teams, das mit großer Leidenschaft hinter dem Produkt steht.
Qualität beginnt lange vor dem Backofen
Wer mit Andre durch die Produktionsküche geht, merkt schnell, dass Pizza für ihn kein Fast Food ist. Im Mittelpunkt steht der Teig, und damit ein Handwerk, das viel Zeit und Präzision erfordert.
Deshalb hat Andre sich mit Morris einen spitzen neapolitanischen Pizzakoch ins Team geholt. Morris hat eine eigene Teigrezeptur entwickelt, die mittlerweile eine treue Stammkundschaft eingebracht hat. Der Teig reift mindestens 45 Stunden, manchmal sogar über 70 Stunden. Das Ergebnis soll nicht nur geschmacklich überzeugen, sondern auch besonders bekömmlich sein.
Überhaupt wird bei Ciao Ragazzi vieles selbst gemacht. Die Zutaten werden frisch verarbeitet, Gemüse kommt vom Großmarkt, Tiefkühlware sucht man vergeblich. Einmal pro Woche trifft die Lieferung aus Italien ein und füllt Lager und Kühlräume. Bis zum Ende der Woche sind diese meist wieder leer.
„Wir haben keinen Tiefkühler“, erzählt Andre. „Alles wird laufend verarbeitet. Das bedeutet mehr Aufwand, aber genau das macht den Unterschied.“
Auch die hausgemachten Spezialitäten zeigen den Anspruch des Teams. Der beliebte „Hot Honey“, ein scharf-süßer Honig für einige Pizzakreationen, wird ebenso selbst hergestellt wie ein eigens entwickeltes Ananaspüree – eine augenzwinkernde Antwort auf die ewige Diskussion rund um Ananas auf Pizza.
Tradition mit modernem Twist
Das kulinarische Konzept von Ciao Ragazzi verbindet klassische neapolitanische Pizza mit kreativen Ideen. Die Basis bilden hochwertige Zutaten wie San-Marzano-Tomaten, Fior-di-Latte-Mozzarella und ein bei rund 500 Grad befeuerter Pizzaofen.
Gleichzeitig erlaubt sich das Team bewusst Freiheiten, die man in Neapel vielleicht nicht überall finden würde. So entstehen Kombinationen wie die „New York Pepper Honey“ mit scharfer Salami, Stracciatella und hausgemachtem Chili-Honig: Andres persönliche Lieblingspizza.
„Wir wollen eine authentische neapolitanische Pizza machen, aber mit einem modernen Twist“, beschreibt er die Philosophie hinter dem Konzept.
Persönlicher Kontakt schafft Beziehung
Obwohl Ciao Ragazzi mittlerweile ein beachtliches Volumen erreicht hat, wirkt vieles erstaunlich persönlich. Lieferdienste spielen bislang bewusst (noch) keine Rolle. Stattdessen kommen die Gäste selbst vorbei, holen ihre Pizza ab und kommen mit dem Team ins Gespräch. Auch im Ablauf dahinter bleibt vieles nahbar – von der Gästebetreuung durch Adriana und Denise bis hin zur Vorbereitung der Zutaten, Organisation und Kassa.
Für Andre ist genau das ein wesentlicher Teil des Erfolgs. Freundlichkeit, sowohl innerhalb des Teams als auch nach außen zu den Gästen, zählt für ihn genauso viel wie die Qualität der Speisen. Viele Stammgäste kennt das Team persönlich, ebenso zahlreiche Familien und Kinder aus der Nachbarschaft.
„Die Leute sollen mit einem Lächeln wieder gehen“, sagt er. „Das Produkt ist wichtig, aber genauso wichtig ist die Art, wie man Menschen begegnet.“
Ein Unternehmen, das in der Seestadt verwurzelt ist
Dass Ciao Ragazzi gerade in der Seestadt entstanden ist, empfindet Andre als Glücksfall. Er schätzt die Dynamik des jungen Stadtteils, die Offenheit für neue Ideen und vor allem die starke Vernetzung zwischen Unternehmen, Institutionen und Bewohner*innen.
„In der Seestadt gibt es einen Zusammenhalt, den man anderswo kaum findet“, sagt er. „Man unterstützt sich gegenseitig, tauscht sich aus und entwickelt gemeinsam etwas weiter.“
Diese Haltung zeigt sich auch in seinen Zukunftsplänen. Kooperationen mit anderen Akteur*innen im Stadtteil sind bereits in Vorbereitung, etwa rund um den See und neue Veranstaltungsformate. Langfristig kann sich Andre vorstellen, die Marke Ciao Ragazzi weiterzuentwickeln und auch über den aktuellen Standort hinauszudenken.
Trotz aller Expansionspläne bleibt die Grundidee jedoch dieselbe: hochwertige neapolitanische Pizza, ein engagiertes Team und ein Ort, an dem Menschen gerne vorbeikommen.
Vielleicht sind es genau diese Mischung aus Handwerk, Herzlichkeit und Unternehmergeist, die Ciao Ragazzi innerhalb kurzer Zeit zu einem beliebten Treffpunkt in der Seestadt gemacht hat. Oder, wie Andre es selbst zusammenfasst: traditionelle Pizza, moderner Twist – und ganz viel Leidenschaft.
Über das Unternehmen
Ciao Ragazzi
Barbara-Prammer-Allee 15
1220 Wien
Öffnungszeiten:
Dienstag - Samstag: 12:00-20:30 Uhr · Sonntag: 12:00-15:00 Uhr · Dienstag: Ruhetag
Web: https://www.ciaoragazzi.at
Instagram: https://www.instagram.com/ciaoragazzi_vienna
Tel: +43 660 6647720