Menschen & Unternehmen der Seestadt: Vegan Kiss
Ein sonniger Freitagnachmittag am Eva-Maria-Mazzucco-Platz. Vor dem Vegan Kiss sitzen Gäste mit Kaffee und Mittagessen auf der Terrasse, drinnen läuft entspannte Musik, in der Vitrine warten hausgemachte Kuchen und Torten auf die nächsten Besucher*innen. Hinter der Theke serviert Sandor Kiss Cappuccino mit Hafermilch, plaudert mit Stammgästen und behält dabei scheinbar mühelos alles im Blick.
Als Familie betreibt Sandor – gemeinsam mit Eva und seinem Sohn – seit rund sechs Monaten das vegane Bistro in der Maria-Tusch-Straße, nur wenige Gehminuten von der U2 Seestadt entfernt. Und schnell wird klar: Vegan Kiss ist weit mehr als ein klassisches Café.
Ein Familienbetrieb mit viel Herz
Die Aufgaben im Familienbetrieb sind klar verteilt: Eva Kiss steht in der Küche, Sandor wechselt zwischen Service, Buchhaltung und Gästebetreuung, der Sohn unterstützt mehrmals pro Woche hinter der Theke.
„Eva ist die Seele des Lokals“, sagt Sandor lachend.
Tatsächlich trägt das Bistro ganz klar ihre Handschrift – nicht nur kulinarisch. Denn auch das gesamte Design stammt von ihr. Mit viel Liebe zum Detail hat die Familie das Lokal umgebaut und eingerichtet. Das Vegan Kiss ist hell, freundlich und wirkt fast ein wenig wie ein kleines Urlaubscafé mitten in der Seestadt.
Ehrliche Küche statt Food-Trends
Eva Kiss ist diplomierte vegane Ernährungstrainerin – gekocht wird bei ihr allerdings nicht dogmatisch, sondern mit viel Gefühl und Freude am Essen.
„Wir wollen niemanden bekehren“, sagt sie. „Aber wir möchten zeigen, dass vegane Küche richtig gut schmecken kann.“
Auf die Teller kommen deshalb keine komplizierten Trendgerichte, sondern hausgemachte Wohlfühlküche: kreative Flammkuchen, Sandwiches, der beliebte Laxx-Bagel oder frisch gekochte Mittagsmenüs mit Suppe und Hauptspeise. Besonders beliebt ist mittlerweile auch das vegane Paprikahendl – eine Hommage an die ungarischen Wurzeln der Familie.
Überhaupt fließen immer wieder traditionelle Gerichte und persönliche Erinnerungen in die Küche ein: Letscho, Suppen oder süße Spezialitäten wie der warme Topfenauflauf nach ungarischer Art finden regelmäßig ihren Weg auf die Speisekarte.
Das Wichtigste dabei: gekocht wird frisch, saisonal und möglichst regional. Gemüse kommt unter anderem aus Essling, vieles wird direkt am Vormittag vorbereitet. Samstags gibt es einen „Leftover Day“, damit möglichst wenig Lebensmittel verschwendet werden.
Von Kärnten in die Seestadt
Die Familie Kiss lebte lange Zeit in Kärnten. Dass die Familie schließlich in der Seestadt gelandet ist, war zunächst fast Zufall. Eigentlich suchten sie einfach ein gutes veganes Lokal in der Gegend – und fanden keines. Also entstand die Idee, selbst eines zu eröffnen.
Und dann verliebte sich die Familie in den Stadtteil.
„Im Sommer ist die Seestadt einfach wunderschön“, erzählt Eva. Die Offenheit, die moderne Atmosphäre und die vielen unterschiedlichen Menschen hätten sie sofort angesprochen.
Ein Ort für Begegnung
Für die Familie Kiss soll Vegan Kiss langfristig mehr sein als ein Café oder Bistro. Geplant sind Themenabende, kleine Konzerte und kulinarische Specials – ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, Neues ausprobieren und sich wohlfühlen können.
Sandor, selbst Musiker, träumt bereits von Abenden mit Live-Gitarre und modern interpretierten Klassikern der österreichisch-ungarischen Küche.
Wichtig ist der Familie dabei auch die Vernetzung im Stadtteil. Gerade für kleinere Unternehmen seien Sichtbarkeit, Austausch und gegenseitige Unterstützung entscheidend. Die Seestadt erleben sie dabei als offenen und unterstützenden Ort mit viel Potenzial.
Während des Gesprächs kommt schließlich auch der Sohn der Familie mit dem kleinen Enkel vorbei, der müde im Kinderwagen sitzt und das Geschehen aufmerksam beobachtet. Während Sandor immer wieder hinter die Theke springt, Kaffee serviert und Gäste begrüßt, setzt sich sein Sohn zu uns an den Tisch und erzählt vom Alltag im Familienbetrieb. Obwohl er selbst nicht vegan lebt, unterstützt er das Projekt mit voller Überzeugung und steht – genauso wie sein Vater – mehrere Tage pro Woche hinter der Theke. Dass hier die Familie gemeinsam an einem Strang zieht und alle mitgestalten, spürt man sofort. Vieles ist noch im Aufbau, manche Nachmittage sind ruhiger als erhofft – gerade im ersten Jahr eines neuen Lokals. Umso spürbarer ist die Leidenschaft, mit der die Familie ihren Platz in der Seestadt Schritt für Schritt wachsen lässt.
Und genau das scheint das Vegan Kiss auszumachen: ein Ort, an dem gutes Essen, Offenheit und Gemeinschaft ganz selbstverständlich zusammengehören.
Zum Unternehmen
Vegan Kiss
Veganes Bistro mit hausgemachter Wohlfühlküche, frisch gekochten Mittagsmenüs sowie saisonalen und internationalen Spezialitäten.
Maria-Tusch-Straße 22
1220 Wien-Seestadt
(Eingang über den Eva-Maria-Mazzucco-Platz)
Montag: Ruhetag · Dienstag–Freitag: 11:00–19:00 · Samstag–Sonntag: 11:00–18:00
Web: www.vegankiss.at
Instagram: www.instagram.com/vegan_kiss_
Facebook: www.facebook.com/people/Vegan-Kiss
Tiktok: www.tiktok.com/@vegankiss
Zu den Personen
Eva Kiss ist diplomierte vegane Ernährungsberaterin und Gründerin von Vegan Kiss. Sie entwickelt die Rezepte, kocht täglich frisch und prägt mit ihrer Liebe zum Detail die Atmosphäre des Lokals.
Sandor Kiss ist diplomierter Gastronom, Ökonom und Mitgründer des Vegan Kiss. Neben seiner Tätigkeit im Bistro ist er auch Musiker und möchte künftig kulinarische Themenabende und Musikformate in die Seestadt bringen.