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stadt.schreiben

Veröffentlicht am 29.03.2012

leben | Nachbarschaft

stadt.schreiben: Tyto (Ein Interview)



Ich denke, ich brauche hier einen Gesprächspartner. Jemanden, der von weit her kommt; mit unbestechlichen Augen, herzförmigem Gesicht. Jemand, der eine...
stadt.schreiben: Tyto (Ein Interview)
Ich denke, ich brauche hier einen Gesprächspartner. Jemanden, der von weit her kommt; mit unbestechlichen Augen, herzförmigem Gesicht. Jemand, der einen Schleier trägt. Nicht um sich zu verbergen, nein: als Sieb, das die Welt konzentriert. Darf ich vorstellen, Herr Tyto alba. Er hat sich bereit erklärt, in dieser Runde ein kurzes Live-Interview zu geben. Tyto ist von Beruf und Wesensart Schleiereule, Hobbys: Städtebau, Philosophie. Ich: Guten Abend. Eule: Halten wir uns nicht lange mit Höflichkeiten auf. Obwohl ich die zu schätzen weiß. I: Dann gleich die erste Frage, ein allgemeines Statement zur Welt? E: Wir sind gerne da. I: Würden Sie hier einziehen? E: Einziehen? I: In der Seestadt, am Ende einer noch zu bauenden unterirdischen Bahnlinie mit dem Namen einer irischen Rockband. E: U2? I: Sie kennen sich aus! E: Das ist mein Fach. (breitet die Flügel aus, fächelt vorsichtig ein wenig Luft) Einer meiner Fächer. I: Einst gab es dort einen Flugplatz. E: Fliegen kann ich ganz gut, vor allem geräuschlos. Keine Haselmaus würde mich hören. Nicht einmal eine Ratte. Ich benötige nur ab und zu einen Baum. I: Bäume werden beschafft. Sie würden also einziehen? E: Ich glaube nein. I: Warum diese dezidierte Absage? Es wird geförderte Wohnungen geben. Für Sie wird es bestimmt eine Fördergruppe geben. Sie sind uns wichtig. E: Ich glaube nein. I: Sie könnten sich einer Baugruppe anschließen. E: Verzeihung, ich baue keine Nester. I: Keine Nester? E: Ich nehme, was ich vorfinde. Im Übrigen reise ich viel. Ich rate ab. I: Sie raten ab? E: Ich rate ab von Bautätigkeit. Staub. Lärm. Chaos. Sehen Sie, ich habe völlig andere Interessen. I: Das könnte sich ändern. Bedenken Sie die Wohnungsnot in Mitteleuropa. Es gibt hier zehntausende Artgenossen! E: Der Mensch rechnet und rechnet und verrechnet sich. I: Also kommen Sie! Wir haben Erfahrung! E: Soll Erfahrung zum alleinigen Prinzip der Erkenntnis erhoben werden? Fragte sich schon Aristoteles. Meiner Erfahrung nach verrechnen sich viele. Nur einzelne nicht. Sie sterben oft jung. I: Sie sind Kulturpessimist? E: Aber woher denn, ganz im Gegenteil. Ich bin Kulturfolger. Ich liebe die Kultur. Alte Kirchtürme. Verlassene Scheunen. Heustadel. Dem Verfall preisgegebene Schlösser. Dort lasse ich mich nieder. I: Man muss in die Zukunft blicken. E: Ich habe keine Kinder. I: Das könnte sich ändern. E: Ich glaube nein. Zu alt. (dreht den Kopf 270 Grad nach hinten) I: Sie sind doch ein Mann? (dreht den Kopf wieder nach vorne) E: Spielt keine Rolle. I: Das Alter sieht man Ihnen aber nicht an. E: Meinereiner hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von fünfzehn Jahren. Ich werde Ihre Seestadt schwerlich erleben. I: Um Gottes Willen, was sagen Sie da. In Kürze sind die ersten Wohnungen fertig. E: Bitte! Lassen Sie mir das Göttliche aus dem Spiel. Ein völlig anderes Thema. Da müsste ich mich erst einarbeiten. I: Sie nehmen die Dinge aber genau. E: Schauen Sie, ich bin kein Verfechter der Idee, dass jeder einfach etwas rufen soll. Ich selber versuche mein Kreischen auf die Paarungszeit zu beschränken. Und stolz bin ich darauf nicht. Ich strebe nach vollkommener Geräuschlosigkeit. Niemand soll mich hören. I: Ungewöhnlicher Gesichtspunkt. E: Wie gesagt, ich befasse mich in meinem alltäglichen Leben mit ganz anderen Dingen als Sie. z.B. bin ich nachtaktiv. Ich bin Einzelgänger. Den Tag verbringe ich dösend. I: In der Seestadt wären alle Wege kurz. Sie würden keine Zeit verlieren. Arbeiten, Einkaufen, alles in Gehweite. Ihre Nachbarn wären Krähen. E: Oje. Wissen Sie, ich fliege problemlos 50 Kilometer. Kaufe eigentlich nie ein. Ich glaube nicht an Geld. Ich suche mein Glück in der Jagd. I: Es ist Platz für Individualisten. Gerade für die! E: Ich glaube nein. I: Sie müssen nicht in der Seestadt leben, um dort eine Wohnung zu besitzen. E: Ich glaube schon. I: Aber wenn es toll wird? Wenn es wird wie Brooklyn? E: Ich bevorzuge Manhattan. I: Möchten Sie zum Schluss zusammenfassend etwas sagen? E: Ich glaube nein.   (Textbeitrag: Andrea Grill)
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