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stadt.schreiben

Veröffentlicht am 26.06.2012

leben | Nachbarschaft

stadt.schreiben: Hausbesitzernot



Ich sehne mich nach jemandem, der die Wände besitzt, in denen ich wohne. Vermisse die Möglichkeit, diesen anzurufen, um ihn zu loben für die hohe Qual...
stadt.schreiben: Hausbesitzernot
Ich sehne mich nach jemandem, der die Wände besitzt, in denen ich wohne. Vermisse die Möglichkeit, diesen anzurufen, um ihn zu loben für die hohe Qualität der elektrischen Leitungen, für die hervorragende Renovierung der Flügeltüren aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert, für den großartig sanierten Parkettboden, in den ich mich auf den ersten Blick verliebt habe. Glatt genug, um den nackten Füßen einen angenehmen Untergrund zu bieten, rau genug, um mir vorzumachen, ich lebte in einem organischen Objekt. Den Großteil unserer Zeit verbringen wir in Innenräumen, großzügigen Schachteln, errichtet aus Ziegelmauern, Beton, Holz, mit ziemlich geraden Wänden, traditionell weiß, angenehm geräumig. Es wäre mir ein Anliegen, zu wissen, wer meine spezielle Schachtel besitzt, wem ich monatlich eine ordentliche Summe Geld überweise, es wäre mir eine Genugtuung, seine Telefonnummer zur Verfügung zu haben, ihn anrufen zu können, ihm dafür danken zu können, dass er fürsorglich die entsprechende Firma beauftragt hat, mein Bad mit einer schimmelwehrenden Farbe zu streichen, dass meine Fenster so gut schließen, dass ich, wenn sie geschlossen sind, wirklich gar nichts von dem höre, was auf der Strasse vor sich geht. Dass er sich an die landesüblichen Gesetze hält und die Miete nur dem Verbraucherpreisindex anpasst. Dass ich einen unbefristeten Vertrag habe. Ich lerne wechselnde Hausverwaltungen kennen, sie schlendern plaudernd durch meine Räume, fotografieren Risse. Ich bitte sie um die Telefonnummer des Hausbesitzers. Sie würden sie mir niemals geben. Völlig unmöglich. Sie seien meine Ansprechpartner. Sie ändern sich alle paar Monate. Kein Problem. Sie seien meine Ansprechpartner. Bitte, ich möchte ihn nur loben! Es ist unmöglich. Ich habe einen unbefristeten Vertrag mit einem unbekannten Subjekt. Mir fällt eine Lösung ein, wie ich allen Widerständen zum Trotz, den Hausbesitzer kennenlernen könnte. Ich werde meine vier Wände käuflich erwerben. Ich frage bei der Verwaltung an, wie, bitte, kann ich den Hausbesitzer kontaktieren, ich möchte meine Behausung kaufen. Das sei völlig unmöglich, lautet die Antwort. Wie es aussieht, werde ich lebenslänglich, einen Hausbesitzer vermissen müssen. Er gehört zu einer aussterbenden Art, die vor jeglichem Kontakt mit real existierenden Menschen in Schutz genommen werden muss. (Textbeitrag: Andrea Grill)
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Das Ich. Du. Wir. Seestadt. Nachbarschaftsbudget ist zurück und unterstützt dabei, Ideen aus der Nachbarschaft für die Nachbarschaft auf den Weg zu bringen.

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Die Pionierinnen-Grätzltour im Rahmen der Wiener Frauenwoche führte uns am 3. März auf die Spuren jener Frauen, die den Straßen und Plätzen der Seestadt ihren Namen geben. Gemeinsam mit 20 Teilnehmer*innen spazierten wir gemeinsam durch die Seestadt und sprachen über die Lebensgeschichten, Neuanfänge und Leistungen von fünf Namensgeberinnen.