Drei Loops, viele neue Wege: So wurde Kreislaufwirtschaft in der Seestadt erlebbar
Die Antwort war bei den Seestädter Loops schnell gefunden: weitergeben, reparieren und gemeinsam länger nutzen – und das kostenlos.
Drei Loops, zwei Themen – eine gemeinsame Idee
Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, müssen nicht automatisch im Müll landen oder ungenutzt zu Hause herumliegen. Gleichzeitig muss nicht alles, was benötigt wird, um teures Geld neu gekauft werden. Die Seestädter Loops haben genau diese Idee in den Alltag der Seestädter*innen gebracht. Statt „nur“ über nachhaltigen Konsum zu sprechen, konnten Besucher*innen direkt ausprobieren, wie einfach es sein kann, Dinge länger im Umlauf zu halten, Nutzen zu stiften und dabei Kosten und Ressourcen zu sparen.
Die Loops im Mai und September widmeten sich Kleidung, Schuhen und Accessoires. Zahlreiche gut erhaltene Stücke wechselten ihre Besitzer*innen und bekamen so eine zweite Chance. Beim Loop im Juli drehte sich alles um Sport, Spiel und Schulsachen.
Ein wichtiger Bestandteil aller drei Loops war die Präsenz des Repair Cafés Essling. Ob ein Loch im Kleidungsstück, ein kaputter Sport- oder Spielartikel oder ein kleiner Alltagsgegenstand: Die Reparaturexpert*innen gaben praktische Tipps, unterstützten bei Reparaturen und zeigten, wie Dinge mit etwas Geschick selbst wieder in Ordnung gebracht werden können.
Im September ergänzte Wien Work erstmals das Reparatur-Angebot: Das Nähservice gab Einblicke in Näh- und Stickmaschinen und stellte ihr Angebot vor. Außerdem konnte man sich bunte Patches kostenlos auf die Kleidung nähen lassen.
Die Informations- und Mitmach-Station des Stadtteilmanagements machte spielerisch sichtbar, was Kreislaufwirtschaft bedeutet. Beim Glücksrad wurden spannende Fakten rund um das Thema Recycling “verlost“. Schautafeln zeigten Ideen für die Wiederverwendung von Kaffeesatz, alten Socken, Korken oder Klopapierrollen.
Kreislaufwirtschaft verbindet
Die Seestädter Loops waren aber mehr als Tausch- und Reparaturveranstaltungen. Sie waren auch Orte der Begegnung.
Beim gemeinsamen Stöbern, Reparieren und Ausprobieren kamen Nachbar*innen miteinander ins Gespräch. Beim dritten Loop sorgten außerdem die Seestädter Pensionist*innen vom Verein „Gemütlich Altern in der Seestadt“ für ein buntes Rahmenprogramm: Speisen aus aller Welt wurden geteilt, Menschen kamen beim Speed-Dating miteinander ins Gespräch und Musik, Tanz und kreative Angebote sorgten für zusätzliche Begegnungen. Der Programmbestandteil wurde mit Mitteln des Ich. Du. Wir. Seestadt. Nachbarschaftsbudgets unterstützt.
Kostenlos, unkompliziert und gemeinsam
Die drei Loops haben gezeigt, dass nachhaltiges Handeln nicht immer mit großen Veränderungen beginnen muss: Manchmal reicht die Weitergabe von einem Gegenstand, den man selbst nicht mehr braucht, die Reparatur eines kaputten Kleidungsstücks oder die Neugier, etwas Neues auszuprobieren.
Die Idee dahinter ist einfach: Was die eine Person nicht mehr braucht, kann für jemand anderen genau das Richtige sein. Was kaputt ist, kann vielleicht repariert werden. Und was weitergegeben wird, bleibt länger im Kreislauf.
Die Loops gehen in die Winterpause
Die Loop-Saison 2026 ist abgeschlossen. Auch wenn es erst im nächsten Jahr wieder Seestädter Loops geben wird, müssen gut erhaltene Dinge nicht bis zum nächsten Termin auf neue Besitzer*innen warten:
Im Nachbarschaftsregal im Stadtteilmanagement-Büro am Hannah-Arendt-Platz 1/2, 1220 Wien können passende Dinge auch weiterhin zu den regulären Öffnungszeiten abgegeben werden. Das Regal ist zum Tauschen und Weitergeben von beispielsweise Büchern, Kleidung oder Spielen gedacht.
Öffnungszeiten des Stadtteilmanagements:
- Montag: 14:00–18:00 Uhr
- Dienstag: 09:00–13:00 Uhr
- Mittwoch: 14:00–18:00 Uhr
- Donnerstag: 09:00–18:00 Uhr
- Freitag: 14:00–18:00 Uhr
Wichtig: Außerhalb der Öffnungszeiten können keine Dinge angenommen werden. Bitte legen Sie daher keine Gegenstände vor dem Büro oder auf dem Vorplatz ab.