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Veröffentlicht am 26.02.2013

leben | Nachbarschaft

18. Forschungsbericht aus dem Mikrohaus

Die Distanz

Wenn ich abends auf den Seestadt Pier spaziere, dann sehe ich die erleuchteten Fenster des Mikrohauses. Es steht da inmitten von Containern un...
Die Distanz Wenn ich abends auf den Seestadt Pier spaziere, dann sehe ich die erleuchteten Fenster des Mikrohauses. Es steht da inmitten von Containern und der Eindruck, dass ich im Moment da probe -wohne wird unwirklich.  Ich habe schon an vielen Orten gewohnt und das hier ist bis jetzt das schrägste Wohnen auf das ich mich eingelassen habe. Die Betrachtung aus der Distanz lässt mich wahrnehmen, wo ich denn da bin. Wenn ich hier im Zimmer vor der großen Panoramascheibe sitze, dann ist das im Moment nicht anders als wenn ich eine Unterkunft in der Stadt hätte – in einem sehr ruhigen Stadtteil. Was nehme ich wahr und wie funktionieren meine Filter, wenn ich mich in so eine Situation begebe? Ich gewöhne mich an den Ort an dem ich gerade bin, z.B. sind Geräusche, die ich am Anfang in meinen Einträgen beschrieben habe nicht mehr in meiner bewussten Wahrnehmungsebene. Die Fahne knattert immer noch im Wind. Ich höre sie nicht mehr, genauso wenig wie ich die Ruhe wahrnehme, wenn dann kein Wind mehr geht. Meine Sachen haben ihren Platz gefunden, ich überlege nicht mehr wo ich was wie am Besten verstaue. Ich bin sozusagen eingerichtet, meine Ordnung ist etabliert. Das ich in einem Haus mit begrünten Wänden und begrüntem Dach wohne, wird zur Selbstverständlichkeit. Mein Blick verliert an Schärfe und das finde ich interessant. Ist  detailliertes Wahrnehmen und genaues Schauen vor allem in Situationen möglich, die neu sind? In 2 Tagen fliege ich in den Urlaub, mal sehen, was sich dann an meiner Wahrnehmung verändert. Ich wünsche euch einen guten Wochenstart und verabschiede mich bis zu meinem nächsten Eintrag, den ihr in 3 Wochen hier finden werdet. (Textbeitrag: Florian Kloidt) --- Die Einträge geben die subjektive Erfahrung und Meinung des Erzählers wieder und entstehen im Rahmen eines PROGREENcity Forschungsprojektes in aspern Seestadt.
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