Das Einkaufserlebnis der Zukunft
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Bei der gestrigen Business-Veranstaltung CLUB Seestadt lud die Wien 3420 Aspern Development AG vier ExpterInnen ein, um sich über die Zukunft des Handels auszutauschen. Der Hamburger Trendforscher Sebastian Raßmann diskutierte gemeinsam mit der Geschäftsführerin des Pop-up-Stores „Modepalast“ May-Britt Alroé-Fischer, dem WU-Professor für Marketing Management Dieter Scharitzer, dem CEO der SES Group Marcus Wild und Wien 3420 Vorstand sowie Geschäftsführer der aspern Einkaufsstraßen GmbH Alexander Kopecek.
CLUB Seestadt diskutiert Trends bei Nahversorgung und Shopping
Wie wir einkaufen, verändert sich rasant. Die digitale Revolution hat den Handel auf den Kopf gestellt und diese Entwicklung wird sich in Zukunft noch um ein Vielfaches verstärken. „Mobile Bezahlverfahren und Kundenfeedback via Social Media sind erst der Anfang. Die Zukunft des Handels ist nahtlos – die Grenzen zwischen stationärem Handel und E-Commerce lösen sich auf“, ist der Hamburger Trendforscher überzeugt. „2018 entdecken KundInnen das Produkt auf Instagram, holen sich Infos in der App, testen es im Shop, bestellen es dann online und lassen es zur Abholstation schicken. Wenn es Fragen gibt, wird der Live-Chat genutzt.“ Vor allem geht es darum, ein individuell optimiertes Shoppingerlebnis für die KonsumentInnen zur Verfügung zu stellen, sind sich auch Modepalast-Geschäftsführerin Alròe-Fischer und WU-Professor Dieter Scharitzer einig.
Die verschwimmenden Grenzen – in der Trendforschung mit dem Stichwort „Seamless Commerce“ betitelt – sind auch zwischen institutionellen Händlern und Industrie spürbar. „Wir leben in einer Welt, in der eine Marke es schafft, direkt an den Kunden heranzutreten und keinen Zwischenhändler mehr braucht. Wer den Touchpoint zum Kunden nicht schafft, zählt mittelfristig zu den Verlierern“, bestätigt auch Marcus Wild. Wild ist CEO der SES Spar European Shopping Center GmbH, dem österreichischen Marktführer im Bereich Einkaufszentren. Neben 30 Shopping-Centern im Portfolio ist das Unternehmen der SPAR-Österreich-Gruppe auch Retail-Partner der ersten gemanagten Einkaufsstraße Österreichs in aspern Seestadt. Mit diesem europaweit einzigartigen Einkaufsstraßen-Konzept setzt man im größten Stadtentwicklungsgebiet Wiens auf Vielfalt, Nachhaltigkeit und Innovation – die Konsumentenwünsche der Zukunft sollen schon heute in die Planung einfließen und die Maria-Tusch-Straße zu einer der innovativsten Einkaufsstraßen Österreichs machen.
Die gemanagte Einkaufsstraße in aspern Seestadt
2015 wurde der südliche Teil der aspern Seestadt mit den ersten 13 Geschäften fertiggestellt. Nach einem Jahr Einkaufsstraße zieht Wien 3420 Vorstand und Geschäftsführer der aspern Einkaufsstraßen GmbH Alexander Kopecek Bilanz: „Die Einkaufsstraße ist sicher einer der lebendigsten Plätze in der Seestadt. Es ging von Beginn an vor allem darum, den täglichen Bedarf abzudecken – so haben unterschiedliche Nahversorger eröffnet. Die Einkaufsstraße ist aber mehr als das: Die netten Lokale und kleinen, feinen Läden, wie z. B. das Restaurant Portobello, Radshop und Radcafé United In Cycling oder die Bäckerei Leo, geben der Seestadt einen Wiedererkennungswert – und das steigert die Lebensqualität.“ Auch Wild zeigt sich zufrieden: „In der Seestadt arbeiten wir aktiv daran, die unterschiedlichsten Interessenslagen zu bündeln und zu einem positiven Gesamtergebnis zu führen, also von den Hauseigentümern über Garagenbetreiber bis hin zu den Händlern und den Dienstleistungs- und Gastronomiebetrieben alles aufeinander abzustimmen. Das unterstützt eine erfolgreiche Entwicklung.“
Im Frühjahr 2016 wurde mit der Umsetzung des zweiten Bauabschnitts, dem Seeparkquartier, und damit der zweiten Etappe der Einkaufsstraße begonnen. Im Zuge dieser Erweiterung soll die bestehende 3.200 m2 große Fläche zum Flanieren und Einkaufen in den nächsten Jahren um rund 3.000 m2 erweitert werden. Der Schwerpunkt liegt auch hier auf Nahversorgung.
Bis 2028 werden in der Seestadt Wohnungen für mehr als 20.000 Menschen und ebenso viele Arbeitsplätze entstehen – bis dahin soll sich der Einkaufsboulevard bis in den Norden weiterziehen. Geplant sind dort weitere Retailflächen von über 10.000 m2, die einen erweiterten Branchenmix inklusive Textil, Sport und Schuhe vorsehen. „Die Seestädter Einkaufsstraße ist ein Symbol für den florierenden Wirtschaftsstandort und wird sich über die Jahre zur Top-Shoppingdestination entwickeln. Der 22. Bezirk wächst und unser Ziel ist es, dass unsere Einkaufsstraße zur Mariahilferstraße über der Donau wird“, so Kopecek.
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