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Veröffentlicht am 21.11.2012

leben | Nachbarschaft

7. Forschungsbericht aus dem Mikrohaus

Die Selbstverständlichkeit

Selbstverständlich geht das Licht an, wenn ich auf den Lichtschalter drücke, selbstverständlich wird es warm, wenn ich die ...
Die Selbstverständlichkeit Selbstverständlich geht das Licht an, wenn ich auf den Lichtschalter drücke, selbstverständlich wird es warm, wenn ich die Heizung einschalte, selbstverständlich kühlt mein Kühlschrank, wenn ich ihn einschalte, selbstverständlich wäscht meine Waschmaschine die Wäsche, selbstverständlich springt mein Motorrad an, wenn ich den Starter drücke, selbstverständlich genieße ich eine heiße Dusche nach einer langem Fahrt bei der Kälte mit dem Motorrad, selbstverständlich … Das alles gar nicht so selbstverständlich ist, wird erst klar, wenn was fehlt, der Mangel eintritt. Ich lebe hier auf einer Baustelle und da gibt es immer wieder mal ein Problem, der Bagger fährt den Strommasten nieder oder kappt die Wasserleitung beim Graben (nicht, dass jetzt jemand glaubt, ich habe was gegen Bagger, Bagger sind wichtig und erleichtern das Leben auf der Baustelle enorm – selbstverständlich). Im Moment  mangelt es an Wasser:  nichts zum Duschen, nichts zum  WC spülen, nichts zum Waschen, nichts zum Abwaschen, nichts zum Aufwischen, nichts zum Wegwischen, nichts zum Kochen. Ich ertappe mich wie ich, wie selbstverständlich den Wasserhahn aufdrehe und mich dann wundere, dass da nichts rauskommt, außer einem hohlen Gluckern und das jetzt auch nicht mehr. Ein paar Liter habe ich in Kanistern gebunkert und morgen werde ich mich freuen, wenn ich mich nach der Arbeit ganz selbstverständlich unter die Dusche stelle und mir ganz selbstverständlich mit heißem Wasser den Schweiß vom Körper wasche. Ich wünsche euch einen guten Wochenstart und verabschiede mich bis zu meinem nächsten Eintrag. (Textbeitrag: Florian Kloidt) --- Die Einträge geben die subjektive Erfahrung und Meinung des Erzählers wieder und entstehen im Rahmen eines PROGREENcity Forschungsprojektes in aspern Seestadt.
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Der Sommer in der Seestadt hat viele schöne Seiten – eine davon ist ganz sicher die Nachbarschafts-Terrasse am Pier.

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