Als Chopin seine Marche funèbre komponierte, hätte er wohl kaum ahnen können, dass sie einmal bei den Beerdigungen ideologisch völlig gegensätzlicher Führer*innen gespielt werden würde – etwa der britischen Premierministerin Margaret Thatcher oder dem Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah. Ist es nicht die Musik selbst, die in solchen Momenten beerdigt wird: wenn sie ihrer Freiheit beraubt und für die Glorifizierung von Führer*innen instrumentalisiert wird?
Mit unnachahmlicher Schärfe und feinem Humor sezieren die aus Beirut stammenden, inzwischen in Berlin lebenden Künstler*innen Lina Majdalanie und Rabih Mroué das Zusammenspiel von Macht, Tod und Musik.
Von Lina Majdalanie & Rabih Mroué
Eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen / Freie Republik Wien